Senatorin Jutta Blankau besucht die Wulffsche Siedlung

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Mieterin Martina Schenkewitz (r.) vom Mieterbeirat - hier mit Senatorin Blankau - begrüßt die Bebauungspläne des Senats. Foto: BSU/Bina Engel

SPD-Politikerin spricht mit Mietern

Langenhorn. Die Wohnungen in der Wulffschen Siedlung haben Puppenstuben-Charakter. Die Wohn- und Schlafzimmer sind klein, in den Bädern können sich Hochschwangere nicht um die eigene Achse drehen. So erging es auch Mieterin Sylvia Piskorski. Seit 38 Jahren lebt sie in der Siedlung, hat hier auf 50 Quadratmetern ihr Kind groß gezogen. „Ich habe mir immer ein Esszimmer gewünscht, jetzt habe ich eins. Das war früher das Kinderzimmer“, erzählt sie der Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt Jutta Blankau, die sich staunend in der engen aber gemütlichen Wohnung umsehen darf. Vor allem der winzige Bad findet viel Aufmerksamkeit bei der Besucherin, die auf ihrer Sommertour durch Hamburg auch in der Wulffschen Siedlung Halt machte.
„Ich fühle mich hier sehr wohl und möchte auch nicht aus der Siedlung wegziehen“, sagt Sylvia Piskorski. So geht es vielen langjährigen Mietern in der Siedlung mit Gartenstadtcharakter. „Es ist ein sehr schöne Siedlung, doch die Wohnungen sind weder familien- noch seniorengerecht nach heutigen Standards. Da muss was passieren“, sagt Jutta Blankau. Im Durchschnitt messen die 546 Wohnungen 49 Quadratmeter. Junge Familien ziehen weg. Die Fluktuation ist hoch. Die Bausubstanz der Häuser, die zwischen 1942 und 1952 errichtet wurden, ist schlecht. Auch davon konnte sich die Senatorin gemeinsam mit Vertretern der HANSA Grundstücksverwaltung GmbH, der GWG Stuttgart und der HAWO Baugesellschaften ein Bild machen. „Die Häuser sind nur halb unterkellert. Deshalb ist Feuchtigkeit ein Problem“, erklärt Jörg Drefers, Gutachter der HANSA.
Fortsetzung von seite 1. „Es gibt keine Trittschalldämmung, keine Balkone und die Energiekosten sind hoch“, so Drefers weiter. All das soll sich in den kommenden zehn bis 15 Jahren ändern. Denn trotz Widerstand und Bürgerentscheid wird das Bauvorhaben „Langenhorn 73“ realisiert. Es wird eine Umstrukturierung der Gesamtanlage durch Abriss und Neubau erfolgen. „Dabei bleibt der Gartenstadtcharakter des Wohngebietes erhalten“, versprach die Senatorin. Aus den zweigeschossigen werden dreigeschossige Häuser – alle energetisch auf dem neusten Stand. Ein Großteil der 150 neu entstehenden Wohnungen sollen geförderte Wohnungen sein.
Das will die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt im städtebaulichen Vertrag mit den Eigentümern festschreiben. Das schaffe die Garantie für soziale Mietpreise, so die Senatorin: „Langenhorn 73 ist ein weiterer Schritt nach vorn für mehr bezahlbaren Wohnraum und für einen besseren Klimaschutz in Hamburg.“ Zu der Bürgerinitiative, die sich mit einem Bürgerentscheid gegen den Abriss der Wulffschen Siedlung wehrte, fand die Senatorin ebenfalls Worte: „Diese sind nur indirekt betroffen, sie wohnen in der Nachbarschaft und befürchten mehr Schatten und mehr Verkehr. Uns ist es wichtiger dass die Mieter und die Investoren übereinkommen.“ (sl)
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2 Kommentare
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Michael Kuckhoff aus Langenhorn | 28.07.2012 | 14:35  
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Martina Schenkewitz aus Langenhorn | 30.08.2012 | 22:27  
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