Treehugging in Hamburg - Kunstaktion zum Schutz der Bäume auf der Uhlenhorst

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Die Hände aus Beton sollen den Straßenbaum schützen - symbolische Kunst von Lukas Engelhardt

Hamburg-Uhlenhorst/Winterhude. Eine Umarmung für die Bäume. Für das Busbeschleunigungsprogramm sollen in ganz Hamburg hunderte Bäume gefällt werden. Der Hamburger Künstler Lukas Engelhardt möchte alle Hamburger mit seiner einmaligen Kunstinstallation "Umarmung eines Baumes" u. a. auf der Papenhuder Straße und am Mühlenkamp auf diesen Umstand aufmerksam machen.

Die geplante Busbeschleunigung auf der Uhlenhorst und in Winterhude sowie in weiteren betroffenen Stadtteilen mit all ihren Bauvorhaben inspirierte den Künstler für eine Installation, um die bedrohten Bäume zu schützen. Eine Umarmung aus Beton, die mit einer schweren Stahlkette um die Bäume gelegt wird. Das Projekt trägt den Namen „Chipko“, übersetzt aus dem Indischen bedeutet das soviel wie „Umarmung eines Baumes“. Heutzutage würde man das als "Treehugging" bezeichnen. "Chipko ist eine Geste der Erhaltung und des Schutzes und gleichzeitig ein Werkzeug, um das Fällen der Bäume zu verhindern. Ist die Umarmung einmal an einem Baum angebracht, ist es nur durch Zerschlagen des Betons möglich die Installation zu entfernen", erklärt Engelhardt. Für die Herstellung der Beton-Hände benutzt Lukas Engelhardt den Stahl- und Bauschutt aus den betroffenen Quartieren. Zum einen von der Papenhuder Straße, aber auch aus der bereits aufgegrabenen Strasse auf dem Mühlenkamp. Die Anwohner Uhlenhorsts und Winterhude unterstützen die Rettungs-Aktion mit den Beton-Umarmungen. "Jeder gefällte Baum ist ein Baum zu viel!", kommentiert Christoph Berndt, Sprecher der Bürgerinitiative "Unsere Uhlenhorst" die Aktion.

Lukas Engelhardt, freischaffender Künstler, lebt und arbeitet in Hamburg und Vancouver, Kanada. Er hat an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg Design studiert. Seine Arbeiten sind unter anderem verspielte Interventionen im öffentlichen Raum. 2012 arrangierte er den Müll in einem sechs Meter langen Müllcontainer so um, dass darin für 3 Tage eine temporäre Bar mit Lounge entstand. In Vancouver lud er die Menschen im Frühjahr dieses Jahres dazu ein über eine mit Blattgold bedeckte Pfütze zu spazieren. Goldmarie lässt grüßen. Der Künstler beobachtet seine Umwelt genau und nimmt in seinen Arbeiten Bezug auf ortsspezifische Besonderheiten oder Missstände. (wb)

Mehr Informationen zu diesem Projekt erhalten Sie unter der Website des Künstlers: www.lunkerque.com
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