Wird Oststeinbker Schlachtfest vegan?

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Die Tierschutzorganisation Peta machte der freiwilligen Feuerwehr in Oststeinbek ein ungewöhnliches Angebot Fotos/Montage: thinkstock; PETA
Oststeinbek: Stormarnstraße 2 |

Tierschützer machen der Freiwillige Feuerwehr ein moralisches Angebot

Von Marco Dittmer
Oststeinbek
Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Oststeinbek bekamen nach ihrem 32. Schlachtfest ein ungewöhnliches Angebot von Peta. Die weltweit agierende Tierschutzorganisation, bei deren Aktionen meist prominente Models oder Schauspieler viel nackte Haut zeigen, schlug den Oststeinbekern vor, ihr Schlachtfest in „Veggie-Fest“ umzubenennen – im Tausch für 500 Veggie-Würstchen. 60 Kilo Hack, 40 Schlachtplatten und zahllose Rippchen, was bei Mitarbeitern der Tierschutzorganisation Peta einen mittelgroßen Magenkrampf verursacht, ist die Bilanz des Schlachtfestes der Freiwilligen Feuerwehr Oststeinbek – nach zwei Stunden wohl bemerkt. Doch für die Aktivisten von Peta scheint es keine hoffnungslosen Fälle zu geben. Denn schon kurz nach dem diesjährigen Festessen, machten die Tierschützer den Feuerwehrleuten für nächstes Jahr ein moralisches Angebot.

Namensänderung in „Veggie-Fest“

„PETA spendiert 500 vegane Würstchen bei Namensänderung in „Veggie-Fest“ unter dem Motto ‚Tiere achten, statt schlachten‘“, heißt es in einer Mitteilung an die Oststeinbeker. Was bei der Feuerwehr für einiges Schmunzeln gesorgt haben dürfte, ist durchaus ernst gemeint. „Unsere Mitarbeiter suchen aktiv nach solchen Festen in ganz Deutschland. Dann schreiben wir die Organisatoren an und unterbreiten allen ein Angebot“, sagt Felicitas Kitali. Obwohl bisher noch keine Gemeinde auf das Angebot einging, bringt Peta die deutsche Festkultur zumindest in Bewegung. „Viele wollen nun ihr Angebot auf vegane Lebensmitteln erweitern oder denken über verantwortliche Tierhaltung nach“, so Kitali.

Tradition kein Grund für Tierquälerei

Auch Oststeinbek kommt in Bewegung: „Wir haben PETA vorgeschlagen, dass sie uns testweise 50 vegane Würste für unser Osterfeuer am 15. April zur Verfügung stellen“, so Christian Höft, Sprecher der Wehr. Eine Namensänderung in Veggie-Fest wird aber ausgeschlossen, „das sei Tradition.“ Kein Argument für Felicitas Kitali: „Tradition kann niemals Tierquälerei rechtfertigen.“ Peta vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Immerhin: Auf dem Schlachtfest wurde ein Veggie-Rekord aufgestellt. 1.400 Liter Fassbier wurden an dem Abend ausgeschenkt.
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Antonietta Tumminello aus Ahrensburg | 22.03.2017 | 08:07  
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