Eggenschwilers Irrweg - Billigflieger!

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Anteil der Billigflieger in Hamburg
Hamburg: Hamburg Airport |

Masse statt Klasse - Laut statt leise


Erneut verkündet der Betreiber des innerstädtischen Flughafens in Hamburg-Fuhlsbüttel neue Ziele und lässt dabei die Konsequenz und Tragweite seiner Entscheidung auf Umwelt- und Lärmschutz sowie die eigenen Nachhaltigkeitsvorgaben vollständig unberücksichtigt.

Mit der neu gekoberten ASL Airlines steigt eine hauptsächlich auf den Frachtverkehr ausgerichtete Fluggesellschaft in den Passagierverkehr auf Strecken nach Frankreich ein. Bei dem Einzigen von der Gesellschaft für den Passagierverkehr eingesetzten Flugzeug handelt es sich um eine Boing 737-300. Dieser Flugzeugtyp wurde letztmalig 1999 gebaut und ausgeliefert und hinkt dem technischen Fortschritt mehr als 15 Jahre hinterher. 

Anteil der Billigflieger fast 50 Prozent


Mit dieser weiteren Billigfluglinie wird der Standort Hamburg als Ramschflughafen weiter zementiert. Die Geschäftsführung stellt nicht die nachhaltige Entwicklung des zukünftigen "Helmut Schmidt Flughafen" in den Vordergrund, sondern sieht den kurzfristigen monetären Gewinn als das Maß der Dinge, wobei dies nicht einmal das eigentliche Geschäftsziel „Aviation“ (Flugbetrieb) berücksichtigt. Bereits heute beträgt der Anteil der Billigflieger fast 50 Prozent und dieser Anteil wir annähernd täglich weiter ausgebaut.

Lärmzuschläge werden rabattiert


ASL Airlines kommt mit dem Angebot von neuen Flugzielen in den subventionierten Genuss einer großzügigen Rabattierung. Nach der aktuellen Gebührenordnung werden die Start- und Landeentgelte für mindestens ein Jahr auf Null Euro reduziert. Das skandalöse hierbei, auch die lärmabhängigen Zuschläge entfallen vollständig. So verwundert es nicht, dass ASL Airlines einen Flugzeugtyp in Hamburg einsetzt, der nach regulärer Klassifizierung der Gebührenordnung des Hamburger Flughafens in einer der höchsten Lärmklassen (LK 4 / 78-81 dB(A) einzuordnen ist. Die aktuelle Gebührenordnung des Flughafens ist in ihrer Struktur im Grundsatz bereits deutlich von der Diskussion um mehr Fluglärmschutz geprägt. So wurden im Zuge der Diskussion um die erforderliche Fluglärmreduzierung höhere Lärmzuschläge und Verspätungsgebühren festgeschrieben. Doch die Lärmklassenordnung des Flughafens verliert jede gewollte Steuerungswirkung, wenn gerade die Lärmzuschläge einer Rabattierung unterliegen. Die Inhalte des 16-Punkte-Plans für mehr Fluglärmschutz der hamburgischen Bürgerschaft, werden dadurch ad absurdum gestellt. Und weitere Fluglärmträger aus dem Billigflugsegment befinden sich bereits in der Warteschleife. In 2016 wird Blue Air aus Rumänien Bukarest mit Hamburg verbinden. Der Billigflieger setzt gleichfalls den Flugzeugtyp Boing 737-300 ein. Die Fluggesellschaft TAROM, ein weiterer Billigflieger aus Rumänien, bedient die gleiche Strecke zwischen Bukarest und Hamburg, wie bereits auch Blue Air.

Fazit: Billigflieger verursachen mehr Fluglärm


Die Billigfliegerei wird in Hamburg immer massiver; der dringend erforderliche Fluglärmschutz wird auf diese Weise gewollt kolportiert. Das Jahr 2015 ist eines der lautesten Flugjahre seit 1999. Mit deutlich weniger Flugbewegungen in 2015 (159.000) als 2007 (174.000), das letzte Fluglärm-Rekordjahr, werden annähernd gleich hohe Lärmpegel in 2015 erreicht. Der Fluglärm ist somit an der Quelle, dem Flugzeug, deutlich lauter geworden. Seit 2007 wird das Billigflugsegment in Hamburg forciert und mit einer Rabattierung der Start- und Landeentgelte auf bis 0 Euro subventioniert. Skandalös dabei: Eingeschlossen in diese Subventionierung sind die Lärmzuschläge. Seit 2007 steigen die Fluglärmpegel, steigt die Lärmkontur des Hamburger Flughafens.
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