Ansturm auf den Baui Tegelsbarg

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Dennis Finnern auf einer der selbsterbauten Spielhütten der Kinder Fotos: oj
 
Das Quartier am Rehagen bringt neue Aufgaben Foto: oj
Hamburg: Initiative Aktivspielplatz Tegelsbarg e.V. |

Spielplatz in Hummelsbüttel hofft auf schnelle Mittel für Erweiterung

Von Olaf Jenjahn
Hummelsbüttel
Seit 1982 bietet der Bauspielplatz Tegelsbarg Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 14 Jahren ein kostenloses Spielangebot nach der Schule ohne Anmeldung sowie auch ein abwechslungsreiches Ferienprogramm. „Rund 35 Kinder kommen pro Tag in die Einrichtung, was zeigt, dass der Baui als offene Kinder- und Jugendarbeit sehr wichtig ist“, sagt Dennis Finnern, Leiter der Einrichtung. Auch wenn sich die Abläufe in den Jahren gut eingespielt haben, müssen neue Aufgaben bewältigt werden. Im Zuge der geplanten Wohnsiedlung Rehagen mit Sozialwohnungen und Wohnraum für Geflohene, erwartet die Kindereinrichtung bis zu 50 Kinder und Jugendlich mehr pro Tag. Der Rehagen befindet sich nur wenige hundert Meter vom Bauspielplatz. „Deshalb wollen wir 60 Quadratmeter anbauen und ein Atelier und einen Ruheraum schaffen. Derzeit warten wir auf die Zusage der finanziellen Mittel für die Maßnahme von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, damit wir starten können“, sagt Finnern und wünscht sich eine schnelle Lösung. Schließlich geht damit auch die Schaffung einer neuen Stelle einher. Seit der Gründung auf dem ehemaligen Bauernfeld durch die Elterninitiative ist es das Ziel, eine kindgerechte Freizeitgestaltung zu ermöglichen. „Es gibt hier offene Handlungsfelder. Das heißt, dass die Kinder je nach ihren Interessen die Zeit, den Raum und die Materialien bekommen“, sagt Finnern. Es kann gespielt, getobt oder entspannt werden, draußen können sich die Kinder handwerklich betätigen oder im Garten arbeiten.

Kostenfreier Abendsnack


Die Anlage stößt auf große Resonanz – und auch Zuspruch. Diese zeigte sich besonders nach dem großen Brand im Jahre 2011, als nahezu das gesamte Außengelände zerstört wurde und Beschädigungen am Haus sowie an Lager- und Werkstatt-Containern behoben werden mussten. „Wir erhalten sehr viel Unterstützung aus dem Stadtteil“, erzählt der Pädagoge. Bis zum Sommer 2013 bot die Kinder- und Jugendeinrichtung einen pädagogischen Mittagstisch an, der aber mit der Hortreform und dem Einführen der Ganztagesbetreuung in den Schulen eingestellt werden musste. Im Angebot ist aber weiterhin ein Abendsnack, der ebenfalls für die Kinder kostenfrei ist.

Bei Pizza und Döner ist das Haus voll


„Wir bieten Suppe, belegte Brote, Salate oder Knabbergemüse an, wir machen manchmal auch Pizza oder Döner selber, dann ist das Haus voll“, weiß Dennis Finnern. Was auf den Tisch kommt, entscheiden die Kinder. Und dabei bleibt es nicht: Sechs Mal im Jahr tagt die Kinderversammlung, zwei Wochen später die Platzversammlung. „Das muss man sich wie Bundestag und Bundesrat vorstellen“, so der Baui-Chef, der in der Regel nur unterstützend eingreift, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen. Die „Spitze der Demokratie“, wie Dennis Finnern es nennt, „wurde beim Überarbeiten der Ge- und Verboten erklommen. Es gab 64 Vorschläge, die der Kinderrat gesammelt hat, wovon wir die Hälfte nie als Regel aufgestellt haben. Es durfte über alle Regeln abgestimmt werden. Es wurde allen 64 Regeln von den Kindern mehrheitlich zugestimmt. Daraus haben wir fünf gemeinsame Vereinbarungen erarbeitet.“

Weitere Infos: Bauspielplatz Tegelsbarg
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