Quickborn: Seismische Messungen geplant

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Geophysiker Günther Druivenga (rechts) mit seinem Team untersucht wieder den Untergrund in Quickborn, ob Gefahr eines weiteren Erdfalls besteht Foto: Fuchs
Quickborn: Ziegenweg 5 |

Ab Ende August wird wieder die Unterwelt erforscht. Mehrere Straßen betroffen

Quickborn Voraussichtlich bis Ende August wird der Untergrund in Quickborn wieder mit seismischen Messungen untersucht. Dabei will das Geologische Landesamt herausfinden, in welchem Zustand sich die Salzstruktur befindet, die teilweise weniger als 30 Meter unter der Oberfläche ganz Quickborn durchzieht.

Wohnhaus abgesackt

Hintergrund ist ein Erdfall vor genau sieben Jahren, als vor einem Wohnhaus an der Marienhöhe die Erde bis zu 80 Zentimeter tief plötzlich abgesackt ist. Dieser Bereich wurde dann monatelang mit einigen Tonnen Erde wieder verfüllt und befestigt. Zu Schaden kam seinerzeit niemand. Aber da der Salzstock aus lösungsfähigem Gips besteht, könnte ein solcher Erdfall wieder geschehen. Ob das in naher Zukunft zu erwarten ist, sollen diese Untersuchungen klären, die wieder die Fachfirma Geosym aus Hannover nachts ausführen wird, wenn es besonders ruhig ist und es keine Störgeräusche gibt. Bei den seismischen Messungen wird von einem Gerät zur seismischen Schwingungsanregung ein schwacher und von Menschen nicht spürbarer Druckimpuls erzeugt, der sich im Untergrund ausbreitet und von Schichtgrenzen reflektiert wird. Die Laufzeit des reflektierten seismischen Impulses wird an der Erdoberfläche mit Geophonen aufgezeichnet. Das Ergebnis der seismischen Messungen ist ein Abbild der Untergrundstruktur, bei dem die Schichtgrenzen, zum Beispiel zwischen dem Dach des Salzstockes und den darüber liegenden Schichten, im Untergrund deutlich werden. Alle Profile werden nachts vermessen, weil dann die sensitiven Registrierungen am wenigsten durch Verkehrserschütterungen gestört werden.

Mehrere Straßen betroffen

Betroffen sind die Ellerauer Straße, Ziegenweg, Torfstraße, Friedhofsweg, Donathstraße, Raiffeisenstraße, Harksheider Weg, Goethestraße, Heidkampstraße, Heinrich-Lohse-Straße, Renzeler Straße, Försterweg und Kieler Straße. Es kann zu kurzfristigen Verkehrseinschränkungen kommen in Form von Halteverboten, verengten Fahrbahnen, Geschwindigkeitsreduzierungen oder sogar teilweise auch Sperrungen. Die Stadtverwaltung bittet die Anwohner daher dafür um Verständnis. (bf)
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