Studieren in Dänemark

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Dänische Flagge
 
Foto von Horsens
Habt ihr schon mal davon gehört, dass in Dänemark die glücklichsten Menschen der Welt wohnen? Aufgrund dessen und meiner nicht so guten Noten habe ich mich kurz vor meinem Abitur in Dänemark beworben. Ich habe mein Abitur am Ludwig-Meyn-Gymnasium bestanden und bin daraufhin nach Horsens auf das VIA University College gewechselt.
Hier möchte ich euch einfach kurz meine Erfahrungen berichten und gerne weitere Schüler dazu ermutigen diesen großen aber Vorteilhaften Schritt zu wagen.

Alles fing natürlich damit an, dass ich gemerkt habe, dass ich mich mal besser hätte anstrengen sollen. Auf der Suche nach einem Studium sah ich dann, dass ich für den NC für meine gewünschten Studien nur mit Wartezeit erfülle. Außerdem wollte ich mein Englisch verbessern und ein Auslandsjahr war für mich nicht interessant. Ich hatte aber Glück, da meine 5 Jahre ältere Schwester in Dänemark studiert hatte. Ihr Studium, International Marketing and Sales Management, hatte mir schon die ganze Zeit zugesprochen, wenn sie darüber berichtete. Es war für mich eine gute Kombination aus einem Internationalem Studium, Praxisorientierter Unterricht und vor allem spielt der NC in Dänemark eher eine untergeordnete Rolle.

Beim Bewerbungsprozess konnte meine Schwester dann natürlich die entscheidenden Tipps geben. Also Anschreiben, Lebenslauf und meine 3 letzten Zeugnisse an die Universität bzw. an das Portal Optagelse gesendet. Mein Abitur hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, da man sich in Dänemark bereits im März bewirbt. Recht schnell kam die Einladung zum Englischtest, indem es lediglich darum geht zu überprüfen, ob die Englischkenntnisse ausreichen um dem Unterricht zu folgen. Nach Bestehen des Englischtests kam auch recht schnell die Bestätigung zur Annahme des gewählten Studiengangs.

Nach der Freude darüber ging dann auch die Wohnungssuche los. Meistens gibt es Studentenwohnungen die von der Universität betrieben werden. An meiner Universität war dafür Drosselbo zuständig. Die Preise sind vergleichsweise hoch, aber dafür ist alles Wichtige wie Heizung, Strom, Wasser und Internet inkludiert. Ich teile mir die circa 60m² große Wohnung mit einem Studenten aus Italien und zahle um die 490€. Ein Vorteil der Wohnungen ist, dass alle Möbel schon in der Wohnung vorhanden sind. Genauso wie eine Menge Küchen Utensilien. Ich habe dennoch ein paar meiner Möbel mitgenommen, wie z.B. mein großes Bett und Fernseher.

Das Studium begann dann Mitte August, ich hatte also nicht so viel Urlaub wie meine Freunde, die in Deutschland studieren. Alles begann mit der Einführung in den Prozess der Universität und das Online Portal über das hier nahezu alles Läuft. Nach 3 Stunden, wurden wir dann in unsere Klasse eingewiesen. Meine Klasse besteht aus circa 40 Studenten und es ist eigentlich ziemlich nah an dem was ich aus der Schule kannte, bis auf das wir vor einem Laptop saßen, was den Unterricht dank Facebook und ähnliches manchmal durchaus interessanter macht. Nach wenigen Wochen durften wir uns dann in Gruppen von vier oder fünf Studenten zusammenfinden. Mit meiner Gruppe sitze ich im Unterricht zusammen und wir werden unser Semester Projekt zusammen erarbeiten. Der Unterricht ist sehr Praxisorientert. Dieses Semster arbeite ich mit dem Car-Sharing Unternehmen Tadaa zusammen, für welches wir eine Marketing Strategie entwickeln, die dann auch so umgesetzt wird.

Leider sind die Lebenserhaltungskosten in Dänemark höher als in Deutschland, weshalb viele Studenten einen Job suchen und der Arbeitsmarkt sehr umkämpft ist. Ich hatte das Glück durch Zufall auf eine Stellungsauschreibung für das Unternehmen Trendhim zu stolpern. Hier arbeite ich im Lager und darf ganz viele Pakete in mein Heimatland verschicken. Der Mindestlohn in Dänemark liegt bei circa 14€ weshalb kosten gut abgedeckt werden können, wenn man einen Job findet. Als Student bezahlt man lediglich 8% steuern sofern man nicht mehr als 8500€ im Jahr verdient. Alles darüber hinaus wird mit 38% versteuert. Sobald man als EU angehöriger mehr als 43 Stunden die Woche arbeitet, hat man Anspruch auf SU, dies ist das Dänische BAföG. Es liegt derzeit bei circa 550€, welches man nicht zurückzahlen muss. Mit diesem Geld kann man sich dann hier einfach über Wasser halten.

Da 60% der Studenten ebenfalls keine Dänen sind, wird auch Privat hauptsächlich Englisch gesprochen. Gerade anfangs ist es leicht Freunde zu finden, da alle sehr Kontaktfreudig waren. Die Universität unterstützt diesen Prozess, mit vielen Aktivitäten, sehr.

Horsens ist circa 300km von Hamburg entfernt, weshalb es für mich einfach ist meine Familie zuhause zu besuchen. Es lohnt sich auch ein Trip übers Wochenende. So kommt Heimweh nicht wirklich auf. In der Stadt kommt man super mit Englisch um die Runden, aber es wird auch ein kostenloser Dänisch Unterricht von der Stadt angeboten.

Komischerweise studieren nicht sehr viele Deutsche hier, wahrscheinlich aufgrund dessen, dass es doch eher unbekannt ist und es ein sehr mutiger Schritt ist in ein anderes Land zu gehen, in dem man nicht mal die Sprache spricht. Dänemark ist aber ein sehr offenes Land und ich bin hier auf keinerlei Probleme gestoßen, wenn ich darum gebeten habe auf Englisch mit mir zu reden. Die meisten Dänen sprechen ein überaus gutes Englisch, deshalb sind Ängste wegen Kommunikationsproblemen eher unberechtigt.

Mit diesem Artikel möchte ich lediglich Abiturienten darauf Aufmerksam machen, dass ein Studium in Dänemark durchaus realisierbar ist. Ich wäre sicher nicht so Glücklich wie ich es jetzt bin, wenn ich damals nichts über Dänemark gewusst hätte und mich für eine Ausbildung entschieden hätte. Schreibt mir gern, wenn ihr fragen habt. Ich helfe gerne weiter.
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