Abschied vom Gymnasium Rahlstedt

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Volker Wolter in seinem Dienstzimmer neben seinem Lieblingsfoto: Gustaf Gründgens als Mephisto Foto: rdm
Hamburg: Scharbeutzer Str. 36 |

Schulleiter Volker Wolter geht in den Ruhestand – und hat das Haus gut bestellt

Von Reinhard Meyer
Rahlstedt
Am Freitag (27. Januar) wird Schulsenator Ties Rabe im Forum Gymnasium Rahlstedt Schulleiter Volker Wolter die Entlassungsurkunde überreichen. Am 31. Januar wird das neue Schulgebäude vorzeitig der Schule übergeben.

Offene Tür

„Wir Schüler merkten sehr schnell, dass mit dem neuen Schulleiter 2001 ein frischer Wind durch die Schule wehte“, so Alexander Brjuhins, Abiturient 2006.
Volker Wolter entsprach als Lehrer mit Projekterfahrung dem Anforderungsprofil des damaligen Kollegiums und war deshalb gewählt worden. Er verstand sich als „Schulmann“, der „in liebender Mitnahme“ die Schüler dahin führte, „wo sie nicht hinwollten“ – in ein ihnen noch jeweils „unbekanntes Land“. Dies Selbstverständnis war Grundlage seiner Entscheidungen. Er wollte keine Autorität von seinem Amt her – die Tür zu seinem Dienstzimmer stand für Schüler, Eltern und Lehrer immer offen. In Kurs- und Klassenräumen werden Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens gelegt. Volker Wolter öffnete den Schülern die Räume weit außerhalb der Schule – in den Stadtteil, in die Umwelt, die Gesellschaft, die Welt – zum Lernen.

Lebenswerk Schule

Mit der Renaturierung der Wandse lernten sie konkret das Problem der Umweltbelastung verstehen, mit dem EU geförderten Comenius-Projekt das der internationalen Zusammenarbeit zwischen Schulen. Und mit den jährlichen Weimar-Reisen erleben die Schüler deutsche Literaturgeschichte.In der freien Atmosphäre der Schule entwickelte sich eine Vielzahl von Projekten, Initiativen und pädagogisch-fachlichen Angeboten.

Gutes Lernklima

Der Schulinspektionsbericht 2013 bescheinigt der Schule ein „gutes, zugewandtes Schul- und Lernklima“ und bestätigt das Schulmotto „Vielfalt durch Stärke“. „Es ist viel erreicht worden, aber ich hätte noch mehr erreichen können“, so Volker Wolter. Sein Dank geht an seinen Stellvertreter Jürgen Hamann für die verlässliche Zusammenarbeit und an das Lehrerkollegium, das bei größeren Lehrerausfällen freiwillig Mehrstunden auf sich genommen hat. „Das neue Schulgebäude, begonnen 2003, ist mein Lebenswerk“, so Volker Wolter. „Mit seiner ungewöhnlichen Baukompetenz hat er bei den behördliche Baufachleuten seine architektonisch-pädagogischen Vorstellungen durchgesetzt. Das Schulgebäude trägt seine Handschrift“, sagt Günter Frank, ehemals Elternrat.

Müsselmow-Projekt geht weiter

Für Volker Wolter beginnt nicht der Ruhestand, sondern ein neuer Lebensabschnitt. Er wird das Müsselmow-Projekt – die Sanierung einer alten Dorfkirche (das Wochenblatt berichtete) weiterführen und sich verstärkt in der Thomas-Mann-Gesellschaft und in der Goethe-Gesellschaft engagieren. Und er will in Rahlstedt eine Liliencron-Gesellschaft gründen.

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