Baumfällungen: Überraschende Einigung in Oldenfelde

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Die Anwohner freuen sich über den Kompromiss am Haffkruger Weg Foto: rg
Hamburg: Haffkruger Weg |

Erfolgreicher Protest: Anwohner am Haffkruger Weg erzielen Kompromiss mit Behörde

Von Rainer Glitz
Oldenfelde
Die alten Kastanien am Haffkruger Weg wurden Anfang des Jahres vom Bezirksamt Wandsbek gefällt, sie hatten eine hochansteckende, durch Bakterien ausgelöste Krankheit. Die Anwohner waren entsetzt, fühlten sich schlecht informiert und empfanden die als Ersatz gepflanzten Bäume zu klein (das Wochenblatt berichtete). Sie beschwerten sich beim Bezirksamt, bekamen aber zunächst nur eine freundliche, aber ablehnende Antwort. „Wir wollten unbedingt nachhaken und haben die Nachbarn mobilisiert“, sagt Robert Jilg. Er sammelte Unterschriften, nahm Kontakt zu Umweltorganisationen auf und entwarf bereits einen bösen Brief an die Verwaltung. „Die Resonanz am Haffkruger Weg war sehr positiv. Und ich bekam den Tipp, persönlichen Kontakt aufzunehmen“, so Jilg.

Protest hat Erfolg

Und tatsächlich erreichte der Oldenfelder etwas in der Abteilung „Management des öffentlichen Raumes“. Nach einigem Hin und Her stand ein Ortstermin am Haffkruger Weg. „Zwei Mitarbeiter erschienen und waren sehr kooperativ“, sagt Jilg. Genug Geld für neue Bäume sei vorhanden, erfuhren die Anwohner. Und es kam zum Kompromiss: Künftige Ersatzpflanzungen, insbesondere für die älteren Kastanien, werden mit einer größeren Baumklasse mit einem Stammumfang von 20 bis 25 Zentimeter vorgenommen. Für die ältesten und größten Bäume soll der Stammumfang der Ersatzpflanzungen möglichst noch größer sein.

Lob für den Bezirk

Die bisher gesetzten Blumen-eschen sollen für kleinere Kastanien umgepflanzt und durch größere Exemplare ersetzt werden. „Und es sollen auch Bäume in Lücken gepflanzt werden, um die Symmetrie an unserer Straße wieder herzustellen“, sagt Jilg. Und weiter: „In zehn Jahren haben wir hier wieder ein vernünftiges Straßenbild“. Denn die Eschen wachsen sehr schnell. Die Nachpflanzungen kommen frühestens im Herbst oder im Frühjahr 2018. Dann werden vermutlich weitere kranke Kastanien weichen müssen. „Wir waren überrascht, dass sich die Stadt so bemüht. Das Gespräch war sehr freundlich, so wie man es sich vorstellt“, sagt Jilg. Und das Ganze habe noch einen positiven Nebeneffekt: Die Nachbarn rückten zusammen und kamen ins Gespräch. Es gab Angebote, sich gegenseitig zu helfen und womöglich sogar ein Straßenfest am Haffkruger Weg zu organisieren. „Eigeninitiative hilft“ – da sind sich die Anwohner einig.

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