Boule am Ufer der Wandse

Anzeige
Hamburg-Rahlstedt: Aus der provisorischen soll eine echte Boulebahn werden Foto: Glitz
Hamburg: Hagenower Straße |

Rahlstedter fordern Spielbahn mit Umrandung – Lokalpolitik sichert Unterstützung zu

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
Es ist Sonnabendmittag, die Sonne scheint und eine Gruppe Boulespieler hat sich auf der Fläche vor den Wandseterrassen versammelt. Streng genommen spielen sie die Variante Pétanque. Das rote „Schweinchen“ wird geworfen, dann folgen die bis zu 800 Gramm schweren Metallkugeln der Spieler. Nicht allzu verbissen wird diskutiert, wessen Kugeln dem Ziel am nächsten gekommen sind, dann werden Punkte verteilt. Zwei wechselnde Teams konkurrieren um die Ehre, wer 13 Punkte hat, gewinnt. „Die sind original aus Marseille“, zeigt ein Spieler stolz seine in einer blauen Tasche verpackten Kugeln. „Boule macht einfach Spaß“, sagt ein anderer. Aber eigentlich geht es den Freunden der französischen Nationalsportart um mehr.

Ortskern beleben


„Wir wollen auch Rahlstedt ein bisschen beleben“, erklärt Dieter Jankuhn. Seit Herbst vergangenen Jahres sind die Boulespieler vom Kulturwerk Rahlstedt regelmäßig hier und ermuntern auch immer wieder Passanten zum Mitspielen. Das Sportgerät der meisten ist nicht billig und für Turniere zugelassen. Die Sportstätte allerdings ist es nicht. Die Fläche am Eingang der Fußgängerzone ist holprig und uneben – unberechenbar, sagen die Spieler. „Und deshalb fordern wir eine echte Boulebahn“, sagt Jankuhn. Mit ebenem Belag und einer Umrandung, die die Kugeln davon abhält, in die Fußgängerzone zu rollen. Elf mal drei Meter wäre so eine Bahn groß, Platz genug sei vorhanden. Bereits zwei Mal haben die Boule-Aktivisten ihre Idee im Regionalausschuss Rahlstedt vorgestellt. Schon zu Beginn der Planung zur Neugestaltung der Wandseterrassen war eine solche Bahn diskutiert worden. 2013 gab es einen entsprechenden Antrag im Regionalausschuss, der allerdings nicht umgesetzt wurde. Ein Vertreter des Bezirksamtes Wandsbek machte dafür im Februar verschiedene Gründe geltend und betonte, durch ständig neue Vorschläge gehe der Grundgedanke der modernen Umplanung schließlich verloren. Das sei nicht nachvollziehbar, sagte bei der aktuellen Sitzung des Regionalausschusses Jörn Weiske von der CDU. Es gebe einen Vertrag mit dem Betreiber des „Schweinske“, und da stehe eine Boulebahn drin. Die Idee sei unterstützenswert, betonte Carmen Hansch von der SPD. Aber man müsse abwarten, wo die geplanten Spielgeräte in dem Bereich aufgestellt werden sollen. „Wir müssen Nägel mit Köpfen machen. Das Bezirksamt muss klar sagen, was wohin kommt“, erwiderte Weiske. Und das so schnell wie möglich – darin waren sich alle einig. Das Bezirksamt soll bei der nächsten Sitzung des Regionalausschusses einen Sachstandsbericht zur Errichtung einer Boulebahn vorlegen, so der einstimmige Beschluss.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige