Gang durch die „Große Heide“

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Vor dem Spaziergang erklärte Mone Böcker (2.v.l.) vom Planungsbüro Tollerort, wo die Große Heide liegt Foto: kg
 
Helmut Bein weist auf eine Brücke hin, die seiner Meinung nach verbesserungswürdig wäre Foto: kg
Hamburg: Stapelfelder Straße |

Aufwertung der Rahlstedter und Stapelfelder Feldmark in Planung. Anwohner sind skeptisch, Bürger können mitplanen

Von Karen Grell
Rahlstedt
Das Landschaftsgebiet „Große Heide“, das von Rahlstedt bis nach Stapelfeld reicht, soll jetzt aufgewertet werden (das Wochenblatt berichtete). Das hat auch einen Grund: Die geplanten Gewerbeflächen an der Stapelfelder Straße und der dadurch entstehende Eingriff in die Natur, müssen an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden.

Rundgang mit Anwohnern

Bei einem Spaziergang durch die „Große Heide“ zu dem Anwohner und Interessierte eingeladen waren, ging es um Fragen rund um diese geplante Aufwertung. Ähnlich wie schon bei der Diskussion um den Gewerbepark, waren auch hier nicht alle der über 30 Teilnehmer mit der Veränderung der Flächen einverstanden. Helmut Bein, der selber Anwohner ist, hatte zu dem Spaziergang zusammen mit Vertretern des Bezirksamtes, des Naturschutzbundes, des Planungsbüros und der Anwohner eingeladen. „Ich wollte einmal die Ecken zeigen, an denen eine Aufwertung sinnvoll wäre“, so Bein. Bereits im Januar dieses Jahres fand in der Grundschule Neurahlstedt die Auftaktveranstaltung zur Beteiligung der Bürger an diesem Entwicklungskonzept statt (das Wochenblatt berichtete). Um dem Beteiligungsverfahren für die „Große Heide“ gleich mehrere Projekte anzubieten, wurde ein Workshop organisiert und die Führung des ortskundigen Anwohners angeboten. Die Strecke, die an diesem Nachmittag erkundet werden sollte, verlief entlang der Stellau bis in die Stapelfelder Moore hinein. Quer durch die Wiesen führte gleich zu Anfang der Strecke ein Trampelpfad an den Koppeln vorbei.

Natur sei einzigartig

Was sehr idyllisch und fast märchenhaft erschien, sollte nach Meinung des Jagdpächters Volker Carrey-Brandt auch unberührte Natur bleiben. „Das Wild muss ungestört hier leben können“, so Carrey-Brandt den ärgert, dass Spaziergänger die jungen Rehe häufig mit ihren Hunden aufschrecken. Eine kleine Brücke über die Stellau müsse unbedingt verbessert werden, meint Helmut Bein. Er plädiert generell für bessere Wege in diesem Gebiet und eine sichere Brücke zum Überqueren des Flusses. Ideen gab es noch viele bei diesem Spaziergang, wie ein Naturlernpfad für die Schulen und ein besseres Wegenetz durch das gesamte Gebiet. Barbara Mührmann, die seit vierzig Jahren hier in der Nachbarschaft wohnt, möchte allerdings „alles so lassen, wie es ist“. Die Natur sei hier einzigartig und die überwucherten Bäume glichen einer Märchenlandschaft. Darauf wolle sie und andere auf keinen Fall verzichten. Für Wolfgang Tede, der als Vertreter der Bürgerinitiative dabei war, ist die ganze Aufwertung mit einem großen Fragezeichen behaftet. „Hier gibt es Jahrhunderte alte Knicks, die man nicht anrühren sollte“. (kg)

Workshops im März und Mai

Am Freitag, den 31. März, und Freitag, den 12. Mai, werden Workshops mit einem gemischten Teilnehmerkreis veranstaltet. Bei den Workshops sollen konkrete Ziele und Maßnahmen für den Landschaftsraum erarbeitet werden, so zum Beispiel für das Wegenetz und die ökologische Aufwertung von Flächen. Die Ergebnisse werden als Empfehlungen in die Planung einfließen. Einige Plätze hierfür sind noch frei. Eine Anmeldung nimmt das Büro Tollerort per E-Mail entgegen unter mail@tollerort-hamburg.de.

Bürgerbeteiligung: bis Freitag, 10. März besteht noch die Möglichkeit, Vorschläge einzubringen unter http://www.hamburg.de/wandsbek/grosse-heide/.

Landschaftsaufbau Große Heide: Infos der Stadt Hamburg

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