Kunst im Rahlstedter Tunnel

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Zum ersten Mal arbeitet John Labs mit Sprühdosen. Er lässt ein Kulturhaus im surrealistischen Stil entstehen Foto: nik
Hamburg: Doberaner Weg |

Aktion von Schule und Kulturwerk: Graffiti gegen das Grau

Von Nicole Kuchenbecker
Rahlstedt
John Labs greift zur Sprühdose. Auf der weißen Grundierung der Kacheln bildet sich ein schwarzer Strich. Der Beginn eines surrealen Kunstwerkes; dem Kulturhaus, gestaltet von dem Schüler der Stadtteil- und KulturSchule Altrahlstedt. Es ist Teil eines Jugendkunstprojektes im Fußgängertunnel, der den Doberaner Weg mit der Bahnhofsstraße verbindet.


„Mehr Flair muss her!“

„Mehr Flair muss her!“ lautete der Slogan unter dem im vergangenen Jahr eifrig Ideen für die optische Neugestaltung der Unterführung gesammelt wurden. Das Projekt, das nach einer Idee von Eva Nemela entstand und in Kooperation zwischen der Stadtteil- und KulturSchule Altrahlstedt mit dem Kulturwerk umgesetzt wurde, beruht auf Vorschlägen der Anwohner. Denn die wurden auf unterschiedlichen Veranstaltungen des Kulturwerks nach ihren Wünschen gefragt. Im Kunstkursus von Lehrerin Roswitha Rhiem-Röhring entstanden dann Skizzen, die nun in der 1906 erbauten Unterführung als Graffitis zu sehen sind.

Enger Zeitplan

Drei Tage lang hatte Jakob Michels (25) Zeit, um mit den 19 Schülern die Papier-Entwürfe auf die 30 Meter langen Wände zu sprayen. Graffiti-Künstler Jakob Michels: „Das ist schon eine Herausforderung bei so einem engen Zeitplan.“ Besonders bei Temperaturen um die elf Grad, in einem zugigen Tunnel. Allein die Grundierung trocknet viel schneller bei Sonne, so Jakob Michels. Während der komplette Tunnel am ersten Tag eine weiße Grundierung erhielt, ging es am zweiten Tag daran, die Kunstwerke zu sprühen. Die 18 Jahre alte Mahtab hielt zum ersten Mal eine Sprühdose in der Hand, um ein komplettes Graffiti entstehen zu lassen. „Ich habe noch nie gesprüht“, sagt sie, in der Schule habe sie das mal mit Michels ausprobiert. Sie hat eine Zukunftswerkstatt in violett, grau, blauen Tönen entworfen. Jetzt soll das Bild in einem Bilderrahmen auf die Tunnelwand gesprayt werden. „Verliert Euch zuerst nicht in den Details“, leitet Michels die jugendlichen Schüler an. Schließlich soll es ja Spaß machen.

Langer Realisierungsweg

Die Umsetzung des Kunstprojektes mit Schülern hat von der Ideenfindung bis zur Umsetzung einen langen Weg hinter sich gebracht. Das weiß Susan Nitsche, Vorstandsmitglied im Kulturwerk. „Ich wusste auch nicht, was man alles machen muss mit all den Genehmigungen“, sagt Nitsche während sie im Tunnel alles weitere für die Schüler vorbereitet. Das Projekt, das durch den Regionalausschuss gelaufen ist, von der Gabriele-Fink-Stiftung finanziell gesponsert wurde, konnte leider nicht ganz wie geplant „abgearbeitet“ werden. Aufgrund eines Wasserlecks in der Unterführung wurde eine Wand nicht gestaltet.
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