Mit T-Shirts, Hoodies und Co. zum Erfolg

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Jenny Christopher, Tobias Labus, Sapedah Akundzadeh, Anastasia Frank und Monas Gose (v.l.n.r.) Foto: rg
Hamburg: Aula der Schule Kielkoppelstraße 16d |

Stadtteil- und Kulturschule Altrahlstedt verkauft eigene Produktlinie

Von Rainer Glitz
Altrahlstedt
Im Kunstraum wird konzentriert gearbeitet. Einige Schüler der neunten Klasse nähen, andere bereiten das Sieb für den Druck vor. Mit einer Rakel wird weiße Farbe auf schwarzen Stoff gedrückt. Der Aufdruck „Kulturschule“ ziert nun den künftigen Turnbeutel und wird sofort mit einem Fön getrocknet. Alles ist Handarbeit, die Rohstoffe sind fair gehandelt und entsprechen Ökostandards. 15 Schüler arbeiten hier am Standort Kielkoppelstraße in ihrer eigenen Firma.

Komplette Firmenstruktur

Es gibt eine Geschäftsführung, dazu Verkauf, Einkauf, Marketing, Buchhaltung und Produktion. So wie in der freien Wirtschaft auch. Die Idee hatte vor zwei Jahren Lehrerin Katharina Montag. Die Stadtteil- und Kulturschule hatte noch keine Schülerfirma, und so wurde ihr Kunstkurs entsprechend umfunktioniert. Einzige Vorgabe: Es sollte um Siebdruck gehen. „Wir haben uns gefragt, was die Schüler wollen und viel Kontakt mit ihnen gehabt“, erklärt Geschäftsführerin Sapedah Akundzadeh. Einige Vorschläge, wie etwa bedruckte Jogginghosen, seien auch abgelehnt worden. Ins Sortiment kamen dafür Turnbeutel, T-Shirts, Kapuzenpullover und Baseballshirts. Aber auch Federtaschen, Collegeblöcke und Trinkflaschen, alle mit dem Schriftzug „Kulturschule“ oder dem Logo der Firma bedruckt.

„Made by Kulturschule“ kommt gut an

Angeboten werden die Produkte bei Schulveranstaltungen. Beim diesjährigen Sommerfest ist eine Modenschau geplant. „Wir haben einen Bestellzettel entworfen mit Stückzahl, Farbe und Größe. Dann wissen wir, was wir produzieren müssen“, sagt Sapedah. Besonders gut laufen die Turnbeutel für 10 Euro. „Viele jüngere Schüler denken, das sei viel Geld. Sie verstehen nicht, wieviel Aufwand dahintersteckt“, sagt Jenny Christopher. Auch die Idee des fairen Handels sei vielen unbekannt und werde von den Schülerfirma-Mitarbeitern gern erklärt.
Die Jungunternehmer lernen neben Produktion und Verkauf auch den Umgang mit Zahlen. Schließlich muss die Buchhaltung stimmen, Fehler bereinigt werden. „Unsere Einnahmen werden eigentlich direkt wieder investiert“, sagt Tobias Labus. Für das Team gebe es als Lohn hin und wieder ein Produkt gratis, etwa eine Trinkflasche. Und was bringt die Arbeit? „Man lernt, selbstständig zu arbeiten und alles zu organisieren, was nicht immer leicht ist“, sagt Sapedah Akundzadeh. Teamarbeit sei wichtig, und manchmal gebe es auch ein Donnerwetter. „Wir nehmen viele Kompetenzen mit und haben ein Vorwissen“, ergänzt Tobias. Ob sie sich allerdings später selbstständig machen wollen, wissen die Schüler noch nicht. Spaß macht es bei „Made by Kulturschule“ aber auf jeden Fall.
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