Rahlstedt: Der Fluch alter Wasserleitungen

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Der Rahlstedter Eilersweg: ab etwa 1910 mit schönen Gründerzeit-Villen bebaut, ist die Trinkwasserleitung aus der Nachkriegszeit jetzt marode Foto: tel
Hamburg: Eilersweg |

Vierter Rohrbruch im Eilersweg: Hamburg Wasser verspricht Abhilfe im Herbst

Von Michael Hertel
Rahlstedt
Anfang Februar im Eilersweg: Um vier Uhr morgens sprudelt Wasser aus einer unterirdischen Quelle über Gehweg und Straße. Ein Anwohner bemerkt das Malheur beim Schneefegen, alarmiert die Wasserwerke. „Schon um sechs Uhr war die Stelle beleuchtet, und um sieben die Bauarbeiter vor Ort“, berichtet Anwohnerin Renate Meyer-Bahlburg dem Wochenblatt. Eine Trinkwasserleitung war gebrochen. Nichts besonderes im Winter; im Eilersweg allerdings schon der vierte Schaden in wenigen Monaten. „Hier handelt es sich um eine Nachkriegsleitung, etwa in den Jahren 1959/1960 eingebaut“, weiß Matthias Sobottka, Pressesprecher von Hamburg Wasser. „Das sind anfällige Gussleitungen von 100 Millimetern Stärke.“ Im betroffenen Bereich am Eilersweg nahe dem Rahlstedter Zentrum stehen rund 40 Häuser, überwiegend Einfamilienhäuser von 1910, die erst nach 1945 an Trinkwassernetz und Abwassersiel angeschlossen wurden – und sie leiden unterm Fluch alter Rohre. Der untere Teil des Weges verfügt über eine Leitung von 1986.

500 Rohrbrüche im Jahr


Aber die Altleitung ist offensichtlich marode. Hamburg Wasser reagierte schnell mit der Reparatur und fuhr schon gegen acht Uhr mit einem Trinkwasser-Wagen für die Kunden vor. Am frühen Nachmittag war der Schaden beseitigt, das Wasser floss wieder durch die Leitung. Mehr als 5500 Kilometer Trinkwasserleitungen muss das Unternehmen in Schuss halten. „Im Jahresdurchschnitt haben wir rund 500 Rohrbrüche, die meisten im Winter durch Erdbewegungen zwischen Frost- und Tauphasen“, berichtet Sobottka. Durch den vierten Schaden innerhalb kurzer Zeit rutscht der Eilersweg in unserer Prioritätenliste weit nach vorn“, sagt Sobottka und verspricht: „In der zweiten Jahreshälfte bauen wir eine neue Leitung ein.“
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