Schäferhund Aron bringt alle zum Lachen

Anzeige
Bei den Bewohnern des Martha-Hauses kommt der Vierbeiner ausgesprochen gut an Foto: Möller
 
Tina Mohr mit ihrem Schäferhundrüden Aron Foto: Möller
Hamburg: Am Ohlendorffturm 20 |

Eine Therapeutin und ihr Vierbeiner sorgen für Freude im Martha-Haus in Rahlstedt

Von Christa Möller
Rahlstedt
„Er ist ein richtiger Schlingel.“ „Ist das nicht süß?“ „Das Gesicht ist zum Schießen.“ Die drei alten Damen auf dem Sofa sind sich einig. Der Grund für ihre Begeisterung ist sechzehn Monate alt, aber nein, es handelt sich nicht um ein Kleinkind. Ihr Besucher heißt Aron, er ist ein Vierbeiner mit wuscheligem Fell. „Ein reinrassiger Weißer Schweizer Schäferhund“, erläutert Besitzerin Tina Mohr. Die Ergotherapeutin (27) arbeitet seit Jahren im Martha-Haus in Rahlstedt. Hundeliebhaberin Tina Mohr wünschte sich schon immer ein eigenes Tier, ist sie doch mit Hunden aufgewachsen. Und als Hundetherapeutin sah sie für sich die Chance, ihren Aufgabenbereich auszuweiten. Das Rahlstedter Martha-Haus hat die Realisierung ihres Wunsches möglich gemacht. Seitdem Aron mit neun Wochen bei Tina Mohr eingezogen ist, kommt er regelmäßig für vier Vormittage und einen ganzen Tag mit in das Seniorenheim. Im Domus-Bereich für etwa zwanzig Demenzkranke mit besonderen Auffälligkeiten, wo sie überwiegend tätig ist, hat der schneeweiße Hund längst seinen privaten Fan-Club.

Rasse ohne Aggressionspotenzial

Warum sie sich keinen kleineren Hund ausgesucht hat? Tina Mohr muss nicht lange überlegen. „Die Bewohner können einen großen Hund besser streicheln. Und vom Wesen her ist diese Rasse sehr mitfühlend, aber auch zurückhaltend und hat überhaupt kein Aggressionspotenzial.“ Ihr Hund tobe gern, könne danach aber sofort wieder ruhig sein. Die meisten Bewohner haben Aron schon als Welpen kennengelernt und haben keine Angst vor ihm. Natürlich werde er auf Abstand gehalten, wenn jemand keine Hunde mag. Wenn die Bewohner mal besonders unruhig sind, ist es natürlich anstrengend für den Vierbeiner. „Dann zieht er sich zurück.“ Viele Demenzkranke aus dem Wohnbereich, von denen einige außerdem bettlägerig sind, können sich nicht mehr artikulieren, manche sind antriebslos. Aber wenn Aron in ihr Zimmer kommt, wird bei manchen der Lebensgeist wieder geweckt.

Hund lockt Senioren nach draußen

Auch die drei Damen auf dem Sofa haben früher nicht viel gesprochen – aber seitdem Aron sie besucht, unterhalten sie sich sogar miteinander. Denn jetzt haben sie ein gemeinsames Thema. Sehr weit oben auf der Beliebtheitsskala vieler Bewohner steht übrigens das gemeinsame Spazierengehen mit Aron. „Durch den Hund bekomme ich die Leute besser nach draußen“, freut sich die Therapeutin, zu deren Aufgaben unter anderem auch das Singen, Lesen und Basteln mit den Senioren gehört, ebenso wie gemeinsame Arbeit im Garten oder Gesellschaftsspiele spielen.

Ausbildung zum Therapiehund

Wenn sie im Haus unterwegs ist – als Tabuzone für den Hund gilt natürlich der Speisesaal – kommt Aron auch in Kontakt mit manchen der übrigen Senioren. „Die freuen sich dann natürlich auch.“ Dabei merkt er, wo er Anklang findet, „aber auch, wenn es jemand mal nicht so gut geht.“ So tröstete er eine alte Dame, die sehr viel geweint hat, sie wurde im Laufe der Zeit wieder ruhiger und hat auch mal gelacht, erzählt die Ergotherapeutin. Inzwischen ist Aron alt genug für die Ausbildung zum Therapiehund, die er demnächst absolvieren wird. Nach bestandenem Eignungstest muss der Hund mit Frauchen vier Lerneinheiten im Martha-Haus durchlaufen, dazu kommen für Tina Mohr noch vier theoretische Einheiten für Hundetherapeuten.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige