SPD-Sommertour: Besuch im Kinderkrankenhaus

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Die SPD-Sommertour machte Station im Rahlstedter Wilhelmstift Foto: rg
Hamburg: Liliencronstraße 130 |

Rahlstedter Wilhelmstift: Umbau und Fachkräftemangel sind wichtigste Themen

Rahlstedt „Baulich tut sich hier bald einiges“, erklärt Dr. Sönke Siefert, Chefarzt und zuständig für das Medizin-Management am Wilhelmstift den SPD-Politikern, die die Klinik im Rahmen ihrer „Sommertour“ besuchen. Gekommen sind die Wandsbeker Bundestagsabgeordnete Aydan Özoguz, Fraktionschef Andreas Dressel und die Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Astrid Hennies und Ole Thorben Buschhüter. Im Frühjahr beginne der Abriss der Gebäude für den Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie, erfahren sie. Wohl drei bis vier Jahre müsse man mit Containerlösungen auf dem Gelände leben. „Das wird eine Operation am offenen Herzen“, erklärt Siefert. Sprich: Umbau bei laufendem Betrieb. Auch die Eltern-Kind-Station werde neu gestaltet. Das Wilhelmstift mit seinen 760 Mitarbeitern ist mittlerweile an neun Standorten vertreten. Kooperiert wird etwa mit dem Amalie-Sieveking-Krankenhaus oder dem Marienkrankenhaus.

Kopfprämien für Pflegekräfte

„Wir sehen die neugeregelte Ausbildung für Pflegekräfte kritisch. Ein Jahr Spezialisierung reicht nicht aus“, erklärt Heike Brost, Leiterin des Pflegedienstes, auf Nachfrage. Die Kräfte müssten folglich am neuen Arbeitsplatz weiter ausgebildet werden. „Schwestern sind für die Diagnose bei Kindern besonders wichtig“, erläutert Chefarzt Siefert. Ihre Beobachtungen würden den Ärzten helfen, dafür brauche man aber viel Erfahrung. Damit erreicht der Austausch das Hauptproblem: Den Fachkräftemangel. Es würden bereits Kopfprämien für Pflegekräfte gezahlt, es gehe fast zu wie auf dem Transfermarkt im Fußball, so Heike Brost. Mittlerweile arbeiteten in Rahlstedt fünf Frauen aus Italien. „Sie sind topmotiviert und sehr gut ausgebildet“. Ein Problem für das Wilhelmstift sei in diesem Zusammenhang fehlender Wohnraum. Früher gab es ein Schwesternwohnheim, nun versuche man, mit der Saga zu kooperieren.

Werbung für den Pflegeberuf

„Jeder erkennt die Not“, sagt Aydan Özoguz. Die Bundesregierung plane eine Werbeoffensive, auch Männer sollen für den Pflegeberuf gewonnen werden. Probleme gebe es beim Image und bei der Bezahlung. „Und Pflegekräfte arbeiten rund um die Uhr“, ergänzt Heike Brost. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei deshalb schwierig. Die Diskussion endet mit dem Thema Entlassungsmanagement. Das sei ein Bürokratiemonster, heißt es seitens der Kinderklinik. Es gebe medizinisch weniger Probleme, weil die Patienten jung seien. Dafür lege man großen Wert darauf, bei den Kindern psychosoziale Probleme zu erkennen und eng mit den Jugendhilfeeinrichtungen zusammen zu arbeiten. Dies klappe im Bezirk Wandsbek aber gut. Allerdings bräuchte man dafür, ähnlich wie die Geburtskliniken, auch staatliche Unterstützung. Bislang finanziere man diese Arbeit überwiegend mit Bordmitteln, bekommen die Politiker mit auf den Weg. (rg)

Weitere Infos: Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmstift

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