Weniger junge Flüchtlinge in Hamburg

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Die Unterkunft für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge an der Stargarder Straße wird weniger gebraucht Foto: Glitz
Hamburg: Stargarder Straße |

Zahl der Plätze auch in Rahlstedter Einrichtungen reduziert

Von Rainer Glitz
Oldenfelde
In Hamburg leben immer weniger unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Im November 2015 waren es nach Angaben des Senats noch 1.557 Jugendliche, ein Jahr später nur noch 610. Hintergrund: Seit dem 1. November 2015 werden auch unbegleitete minderjährige Ausländer bundesweit verteilt, während sie vorher an ihrem Ankunftsort, meistens Großstädte wie Hamburg, blieben. Deshalb hat die Stadt die entsprechenden Unterbringungen neu organisiert und deren Belegung deutlich verringert. Künftig soll es nur noch Doppel- und Einfachbelegungen geben. Aus „Erstversorgungseinrichtungen“ wurden nun „Betreute Einrichtungen für Flüchtlinge“.

Betreuung als Starthilfe

Die Auswirkungen für Rahlstedt hat der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter zusammengestellt. Im Stadtteil gibt es künftig 87 Plätze für unbegleitete minderjährige Ausländer, ursprünglich waren es 150. Ende November waren noch 96 Plätze belegt. Die konkreten Zahlen: An der Kielkoppelstraße wird die Kapazität von 60 auf 40 gesenkt, an der Stargarder Straße von 48 auf 26 und an der Stapelfelder Straße von 42 auf 21. Künftig werden auch junge Volljährige in den Einrichtungen eine Weile verbleiben können. Wegen der vielen jungen unbegleiteten Flüchtlinge war eine zeitnahe Anschlussbetreuung in einer geeigneten Jugendhilfeeinrichtung in Hamburg bislang kaum möglich. Dadurch erhöhte sich die durchschnittliche Verweildauer von rund drei bis fünf Monaten in den Jahren bis 2014 auf mittlerweile elf Monate. Die neue Entwicklung hat der Landesbetrieb Erziehung und Beratung mit seinen konzeptionellen Änderungen aufgegriffen. Die Einrichtungen bieten nun auch eine Betreuung als Hilfe zur Erziehung und auch Hilfen für junge Volljährige an. Ziel ist eine kontinuierliche pädagogische Betreuung, bis die Flüchtlinge selbstständig sind.

16 Erstaufnahmen geschlossen

Insgesamt hat der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) eine positive Jahresbilanz bei der Unterbringung gezogen. 2016 sind demnach in Hamburg mehr als 10.000 Plätze in 31 neuen Folgeunterkünften entstanden. Gleichzeitig konnten 2.450 Plätze in Baumärkten, Zelten und Hallen abgebaut werden. 16 Erstaufnahmen wurden geschlossen. Dafür entstanden laut ZKF neue Unterkünfte mit gutem Standard, etwa am Rahlstedter Grenzweg. Voraussichtlich Ende Februar wird die Folgeunterkunft „Am Stadtrand“ in Wandsbek eröffnet. Sie verfügt über insgesamt 688 Plätze.
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