Wilhelmstift bietet Hilfe bei Fehlbildungen

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Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks und die Chefärztin der Handchirurgie, Dr. Wiebke Hülsemann Foto: rg
Hamburg: Liliencronstraße 130 |

Gesundheitssenatorin besucht Handchirurgie des Rahlstedter Kinderkrankenhaus. Bundesweit einzigartige Abteilung

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
Freundlich begrüßt Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks die drei Mädchen, die in ihren Betten liegen. Eine wurde am Fuß operiert, die beiden anderen an der Hand. Die 15-jährige Lara aus Wuppertal hat eine erbliche Wachstumsstörung, erfährt die SPD-Politikerin. Nach einem speziellen Verfahren wurde ihr eine Titanplatte in die Hand eingesetzt. Das sei eine echte Odyssee gewesen, sagt ihre Mutter. Lange habe sie niemanden gefunden, der ihrer Tochter helfen konnte.

Bundesweit einzigartig

Die Handchirurgie des Rahlstedter Wilhelmstiftes ist seit 30 Jahren auf angeborene Fehlbildungen und seltene Erkrankungen spezialisiert. Jährlich werden in der bundesweit einzigen solchen Abteilung in einem Kinderkrankenhaus mehr als 1.000 Operationen an Händen und Füßen durchgeführt. Der Rundgang der Senatorin führt durch die Abteilung, vorbei an vielen Wartenden. Ein kleiner Junge ist mit seinen Eltern aus der Türkei nach Rahlstedt gereist. Er hatte nur einen Finger an der rechten Hand. „Wir haben ihm vor vier Wochen einen Zeh als weiteren Finger transplantiert“, erklärt Dr. Wiebke Hülsemann, Chefärztin der Handchirurgie. Die sechsstündige Operation unter einem Mikroskop hat der Junge offensichtlich gut überstanden, er spielt mit einem grünen Spielzeugtrecker. Beeinträchtigungen beim Gehen werde es nicht geben, erläutert die Chefärztin. Im Nebenzimmer sitzt die kleine Tabea aus Ulm. Die Einjährige kam ohne Daumen an der rechten Hand zur Welt. Wenn sie etwas älter ist, soll ihr Zeigefinger operativ verkürzt und gedreht werden. Mit dem Ersatzdaumen kann sie dann besser greifen.

Pflegepersonal fehlt

„Wir könnten durchaus noch mehr operieren, aber uns fehlt leider Pflegepersonal“, erläutert die Chefärztin. Die Wartezeit für kleine Patienten betrage zehn bis zwölf Monate. Dann folgt erst einmal eine intensive Beratung. Die diene nicht nur der Information, es solle auch Vertrauen aufgebaut werden. 80 Prozent der kleinen Patienten kommt nicht aus Hamburg. „Das ist eine einmalige Einrichtung mit viel Routine und Erfahrung. Es ist gut, solche spezialisierten Zentren zu bilden“, so die Bilanz von Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks.

Umbau geplant

Die Handchirurgie soll demnächst umgebaut werden. Der Wartebereich wird neue Räume bekommen, außerdem soll eine Klimaanlage eingebaut werden. Um die Kosten aufzubringen, sollen Spenden gesammelt werden.

Weitere Infos: Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmstift
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