Flüchtling / Mann - Teil 2

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Wir saßen am Rastplatz mit unseren Fahrrädern als ein älterer Mann auf uns zukam und sich als syrischer Flüchtling vorstellte. Ich sprang an, wie ein alter Dieseltrecker. Er erklärte in Syrien ist Krieg. Ich antwortete: Ich weiß. Er erzählte, dass seine zwei Kinder, Tochter, 20 jahre alt in Damaskus Medizin studiert und der Sohn, 23 Jahre alt Ingeneur werden will. Seine Frau lebt dort auch. Er konnte nicht wissen, dass er sich nun aufs Glatteis begibt. Ich fragte nach seinem Alter. Er antwortete: 63 Jahre alt. Seine Frau ist 52 Jahre alt. und jetzt kommt die Frage aller Fragen, ich stellte sie in deutsch, ich stellte sie in englisch und auch in einem Gemisch von deutsch / englisch:

Warum bist du hier und deine Frau in Syrien, wo Krieg ist. Warum ist deine Frau nicht hier und du in Syrien. Ich hakte mehrmals nach. Die Frage beantwortete er mir nicht und verließ uns ungetröstet.

Eindeutig: er hat die Frage verstanden - aber nicht mit ihr gerechnet. Mitleid hat er nicht von mir bekommen. Ein guter Familienvater rettet erst die Frau und Kinder und zuletzt sich selbst, zumal er ja wirklich nicht mehr der jüngste ist.
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