Die Unterwelten der Elbinsel Kalthehofe

Wann? 23.01.2013

Wo? Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe, Kaltehofe-Hauptdeich 7, 20539 Hamburg DE
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Hamburg: Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe | In seinem Vortrag erläutert Dr. Wolfgang Müller, am 23. Januar 2013, von 17.00 – 19.00 Uhr, die zentrale Bedeutung des ehemaligen Filtrationswerks Kaltehofe für die Hamburger Trinkwasserversorgung. Anhand von historischen Bildern, Plänen und Fotos werden der Bau, der laufende Betrieb und die fortschreitende technische Entwicklung des Wasserwerkes in einem spannenden Vortrag dargestellt und erläutert. Die Präsentation findet im Museum der Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe statt.

Nach dem großen Brand von 1842 hat die Stadt Hamburg eine rasante wirtschaftliche Entwicklung erfahren. Damit einhergehend wuchs auch die mit Wasser zu versorgende Bevölkerung stark an. Für immer mehr Menschen in und um Hamburg galt es fortan kontinuierlich sauberes Trinkwasser bereitzustellen. Doch die Investitionen in die Versorgungsinfrastrukturen der Stadt hielten mit dieser Entwicklung nicht mit. Vor allem aus finanziellen Gründen ist der bedarfsgerechte Ausbau der Wasserversorgung häufig spät, manchmal auch zu spät vom Senat der Hansestadt bewilligt worden.

Auch der Bau des Wasserfiltrationswerks auf der Elbinsel Kaltehofe wurde über Jahrzehnte verschleppt. So wäre die letzte große Cholera-Epidemie in Hamburg zu verhindern gewesen, wäre das Wasserwerk Kaltehofe im heißen Sommer von 1892 bereits in Betrieb gewesen. Die Pläne hierfür lagen seit Jahren in der Schublade von Oberingenieur Andreas Meyer. Erst unter dem Druck der Ereignisse von 1892 – die durch verschmutztes Trinkwasser ausgelöste Choleraepidemie forderte in der Hansestadt fast 9000 Todesopfer – setzte der Senat alle zur Verfügung stehenden Mittel in Bewegung, um die Fertigstellung der Wasserkunst Kaltehofe zu beschleunigen.

Die Filtration des Elbwassers im Wasserwerk Kaltehofe verbesserte die Trinkwasserqualität zunächst erheblich; gegen die zunehmende Verschmutzung der Elbe hatten die Quarzsandfilter allein auf Dauer jedoch keine Chance. Die Alternative hieß Grundwasser, die Quelle, auf die Hamburgs Trinkwasserversorgung seit 1964 allein zurückgreift. Für das Wasserwerk Kaltehofe bedeutete dies eine flächendeckende Umstellung der Rohwassergewinnung auf Flachwasserbrunnen von der Billwerder Insel.

Nach fast 100 Jahren in Betrieb wurde das Wasserwerk Kaltehofe 1990 endgültig vom Netz genommen. Das 44ha große Werksgelände fiel daraufhin für Jahrzehnte in einen Dornröschenschlaf, bevor es im Herbst 2011 als Naturpark, Industriedenkmal und Museum erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Dr. Wolfgang Müller arbeitet als Wasserwerksgruppenleiter bei Hamburg Wasser. Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogrammes zur Ausstellung Endstation Meer? / in Kooperation mit dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.
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