Kritik und Lob für „Elbtower“

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Auf dem Luftbild mit geplantem Turm ist zu sehen, wie der Wolkenkratzer den Abschluss der HafenCity bilden soll Foto: HafenCity GmbH
Hamburg: Neue Elbbrücke |

Das halten die Hamburger vom geplanten Wolkenkratzer am Fluss

Von Stefanie Hörmann und Karen Grell
HafenCity
Ein „skulpturales Hochhaus“, ein Gebäude „auf höchstem internationalen Standard“, Bürgermeister Olaf Scholz und HafenCity Hamburg-Chef Jürgen Bruns-Berentelg sehen den geplanten Wolkenkratzer „Elbtower“ an den Elbbrücken schon als neues Wahrzeichen Hamburgs. Nach der Aufmerksamkeit, die die Elbphilharmonie weltweit erregt hat, soll der Turm das neue Prestigeprojekt der Hansestadt werden. Oberbaudirektor Jörn Walter sieht den Standort an den Elbbrücken, „dem gefühlten Eingangstor von Hamburg“, als „magischen Ort“, den es im Stadtbild herauszuheben gilt. Als kraftvoller Abschluss der HafenCity im Osten und zugleich als Auftakt für das Zentrum hat ein 200 Meter-Turm unbestreitbar einen städtebaulichen Reiz und die ansprechende Visualisierung, die Politik und HafenCity Hamburg GmbH präsentierten, nimmt für das Projekt ein.

Erster Schritt auf Immobilienmesse


Die Planung für einen Wolkenkratzer an dieser Stelle ist nicht neu, schon in der ersten Projektskizze der HafenCity von Architekt Volkwin Marg vor 20 Jahren sind zwei Hochhäuser in diesem Bereich vorgesehen. Schon 2020 könnte der Bau des „Elbtowers“ beginnen, Experten schätzen die Bauzeit auf etwa sechs Jahre. Allerdings muss zunächst ein Investor für das riesige Bauprojekt gefunden werden, der erste Anlauf dafür ist die Präsentation des Projekts auf der internationalen Immobilienmesse ab 14. März in Cannes. Die Baukosten sind immens und müssen durch den Verkaufspreis refinanziert werden, wenn das Projekt wie geplant ohne städtische Mittel auskommen soll. Und: schon jetzt hagelt es im Netz Kritik, viele Bürger sehen ein neues Bau-Desaster wie bei der Elphi, lehnen ein weiteres Prestigeprojekt ab.

Gemischte Nutzung geplant


Immerhin: Anders als die meisten Hochhausprojekte weltweit soll der „Elbtower“ gemischt genutzt werden, mit Büros, Hotelflächen und eventuell Wohnungen. „Das Hochhaus steht auf einem Sockel, der mit öffentlichen Nutzungen wie Ausstellungs- und Kulturflächen, Gastronomie-, mit Veranstaltungsflächen oder Einzelhandel trotz der Lage zwischen Hauptverkehrsstraßen einen urbanen, öffentlichen Charakter entfalten wird“, heißt es von der HafenCity Hamburg GmbH. Geschäftsführer Jürgen Bruns-Berentelg: „Der Elbtower besitzt städtebaulich eine herausragende Bedeutung für die HafenCity und Hamburg. Deshalb wollen wir den Turm.“ Und weiter: „In den kommenden Jahrzehnten, vermutlich auch mehr als hundert Jahre lang, kann es in Hamburg kein solches Gebäude mehr geben.“
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