Rothenburgsort: Tafel öffnet nach Pfingsten

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Christian Tack, Geschäftsführer der Tafel, meint, dass der Eröffnung nach Pfingsten nichts mehr im Wege steht Foto: Grell
 
Mit diesem Transporter holen die Tafel Freiwilligen die Lebensmittelspenden ab Foto: Grell
Hamburg: Marckmannstraße 25 |

Die neue Ausgabestelle an der Marckmannstraße wird hergerichtet

Von Karen Grell
Rothenburgsort
Bereits seit einem halben Jahr ist jetzt die Ausgabestelle für Lebensmittel der Hamburger Tafel am Entenwerder Stieg in Rothenburgsort geschlossen (das Wochenblatt berichtete). Nun ist endlich ein neues Gebäude für die Ausgabestelle gefunden worden und auch ein Träger steht bereit, um die Ausgabe der Lebensmittel jeweils einmal in der Woche zu übernehmen. „Es handelt sich nur noch um wenige Tage, bis wir im Alten Zollamt an der Marckmannstraße eröffnen können“, erklärt Christian Tack, der Geschäftsführer der Hamburger Tafel. Es seien letzte Renovierungsarbeiten nötig und die Arbeit mit den ehrenamtlichen Helfern müsse koordiniert werden. „Dann geht es los“, verspricht Christian Tack.

Lichtblick für Betroffene


Ein absoluter Lichtblick für Rentnerin Renate Berlau, die den weiten Weg bis nach Wilhelmsburg nicht immer schaffen konnte und auch berichtet, dass dort der Einkauf teurer gewesen sei als vorher in Rothenburgsort. Auch Michael, der seit sieben Jahren zur Ausgabestelle direkt am Deich kam, war auf die Lebensmittel angewiesen. „Im Supermarkt ist alles so teuer geworden. Allein das Gemüse ist unerschwinglich für uns“, so der Krankgeschriebene, der die Schicksale der Menschen im Stadtteil kennt. Arbeitslosigkeit, Trennungen und Krankheit sind dabei nur in paar der Gründe, die schnell in die Armut führen können.

Es kann jeden treffen


„Das kann jeden treffen“, erzählt Anke, die nach dem Krankengeld jetzt Hartz IV beziehen soll, in der Bearbeitungszeit dazwischen aber zurzeit vor dem finanziellen Ruin steht. „Man hat mir vorgeschlagen, vorrübergehend von Ersparnissen zu leben“, so Anke, die habe sie aber längst aufgebraucht und sei deshalb in der Übergangszeit zur Tafel gekommen, um überhaupt irgendwie über die Runden zu kommen. Christian Tack sieht die Entwicklung in Rothenburgsort jetzt positiv. „Wir machen nach Pfingsten weiter“, so der Geschäftsführer der Hamburger Tafel.

Immer noch zu wenig Ausgabestellen


Die Leute werden sehr dankbar sein, denn der Bedarf an Lebensmitteln steigt, genauso wie die Anzahl der Bedürftigen. „Wir könnten in ganz Hamburg noch ein zusätzliches Drittel an Ausgabestellen gebrauchen“, so Tack, „die 21 bestehenden reichen einfach nicht aus, um den Bedarf zu decken.“ Auch an Spenden fehle es enorm. Christian Tack hatte sogar schon bei den vielen Kreuzfahrtschiffen, die jeden Sommer im Hamburger Hafen liegen, nach Lebensmittelspenden angefragt und eine positive Antwort erhalten. Jetzt steht er aktuell in Verhandlungen mit dem Zoll, der den Plänen einen Riegel vorschieben wollte. „Wir kämpfen weiter“, so der engagierte Leiter der Tafel, der in dieser Aufgabe auch eine Herzensangelegenheit gefunden hat. Nach vielen Jahren, in denen er in der Versicherungsbranche tätig war, ist er hier in einem Arbeitsbereich gelandet, „in dem man wirklich etwas verändern kann.“

Weitere Infos: Hamburger Tafel

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