Schule Marckmannstraße wird 50

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Kinder aus dem Kunst-Projekt experimentierten mit Farben. Schulleiterin Gabriele Scherpers (l.) Foto: Grell
 
Lina und Sven gehören zu den Schülern, die zusammen mit Erzieher Hauke Simonsen die Marckmann-Schulen-Brote gebacken haben Foto: Grell
Hamburg: Marckmannstraße 60 |

Schüler in Rothenburgsort feierten Jubiläum mit einer Projektwoche

Von Karen Grell
Rothenburgsort
Die Schule Marckmannstraße feiert in dieser Woche ihr fünfzigjähriges Jubiläum. Mit einer ganzen Woche voll verschiedener Projekte ging es für die Schüler zum runden Geburtstag zurück auf eine Reise in die Vergangenheit. Wie sah es wohl in einem Ranzen vor fünf Jahrzehnten aus und was haben die Kinder damals gelernt? Viele Fragen rund um die Geschichte der Schule konnten hier im Projekt-Unterricht einmal genauer untersucht werden. „Die Schulranzen waren aus Leder und man las in einer Fibel“, das erfuhr Hasan zusammen mit seinen Klassenkameraden. Die Kinder aus dem Kunst-Kurs stellten mit Hilfe einer Salatschleuder in der Jubiläumswoche Bilder aus den 1960er-Jahren her. Die Schule an der Marckmannstraße unterrichtet seit 1967 Kinder mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. „Das war damals eine Alternative für die Familien, deren Kinder zu dem Zeitpunkt wenig Angebote fanden“, erläutert Schulleiterin Gabriele Schepers die Gründung der Institution. Auch heute noch haben Eltern die Wahl, ihre Kinder hier oder im Rahmen der Inklusion an einer anderen Grundschule einzuschulen. „Die Rahmenbedingungen für die Kinder sind bei uns allerdings sehr gut“, freut sich Gabriele Schepers, die auf ein Team aus Sonderpädagogen und Heilerzieher zurückgreifen kann.

Individuelles lernen


Bei etwa einhundert Schülern sei die Schule ein kleines und überschaubares System, das handlungsorientiert arbeitet und auf Lebenspraxis setzt, um den Kindern so viel Eigenständigkeit wie möglich zu vermitteln. In den Klassen eins bis elf werde individuell gelernt und somit entstehe auch kein Leistungsdruck. Die älteren Schüler erhalten viele berufsvorbereitende Angebote, wie die Hauswirtschaft-Stunden in der eigenen Lehrküche. Kein Wunder also, dass die Jugendlichen jetzt auch noch schnell ein eigenes Marckmann-Schul-Brot zum Jubiläum kreiert haben. Sven und Lina haben mit gebacken und sind gespannt, wie das leckere Brot von den Besuchern des Jubiläumsfestes angenommen wird. „Wir haben sehr gute Zutaten ausgewählt“, erklärt Lina.

Traum vom Erweiterungsbau


In den Klassen der Schule Marckmannstraße, in denen hauptsächlich Schüler aus Wilhelmsburg, Rothenburgsort und dem Innenstadtbereich unterrichtet werden, geht es super modern zu. „Die Klassen verfügen alle über Smartboards“, berichtet die Schulleiterin, die seit zehn Jahren hier zum Team von fast siebzig Mitarbeitern gehört. Erst vor ein paar Jahren war die eigene Lehrküche eröffnet worden. Eigentlich steht jetzt nach 50 Jahren nur noch ein Traum im Raum: „Wir könnten dringend einen Erweiterungsbau gebrauchen“, so Gabriele Schepers, die in jedem Schuljahr auch Kinder ablehnen muss, weil der Platz in den Klassenräumen nicht mehr ausreichend ist.

Größere Klassenzimmer nötig


Der Alltag der Kinder habe sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert und damit auch der Raum, den sie benötigen. Therapeutische Hilfsmittel machen größere Klassenzimmer notwendig und auch der Ganztagsschulbetrieb hat dafür gesorgt, dass die Schüler mehr Zeit in der Schule verbringen und dadurch auch zusätzliche Flächen benötigen. Die Schulleiterin weiß, dass der Bedarf bereits von den Behörden erkannt wurde, konkrete Pläne gebe es aber zum aktuellen Zeitpunkt noch keine. Zuerst wird jetzt aber am 18. Mai das Schuljubiläum mit geladenen Gästen ganz groß gefeiert. Alle Eltern, Schüler und deren Familien sind dazu eingeladen.

Weitere Infos: Schule Marckmannstraße
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