Tempo-Limit gegen Raser im Billweg

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Am Billufer soll der Autoverkehr eingeschränkt werden Foto: fbt
 
Michael Osterburg (Grüne) fordert neue Verkehrskontrollen Foto: fbt
Hamburg: Billweg |

Stopp von „Bleifußfahrern“ auf Schleichwegen durch Horn und Hamm gefordert

Von Frank Berno Timm
Horn/Hamm
Die Frage, ob Autofahrer weiter den Schleichweg durch die Gärten südlich der B5 als Ausweichstrecke nutzen und dabei erheblich zu schnell fahren dürfen, blieb im alten Jahr unentschieden. Trotz Baustelle am Tierheim ist zwischen den Gärten ziemlich viel Betrieb. Jetzt sollen neue Geschwindigkeitskontrollen für mehr Sicherheit sorgen Wer von der Süderstraße zum Billufer durch die Kleingärten geht merkt schnell, dass hier Autoverkehr herrscht, der eigentlich nicht dorthin gehört. Problem: Die Straßen sind schmal, und es gibt kaum Fußwege – trotzdem wird der Weg über die Süderstraße – Schurzallee Mitte – Billufer in beiden Richtungen als Ausweichroute benutzt, um die Bundesstraße B5 zu vermeiden. Seit September beschäftigt das Anliegen, den immer wieder viel zu schnellen Verkehr hier wenigstens langsamer zu machen, die Bezirksversammlung Mitte und ihre Gremien (das Hamburger Wochenblatt berichtete). In der letzten Sitzung 2016 verwies das Plenum eine Vorlage zurück in den Verkehrsausschuss. Die Parlamentarier hatten vorgeschlagen, das Durchfahren nur für Anlieger zuzulassen, die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h auf 20 km/h zu senken und Schwellen oder andere bremsende Maßnahmen vorzusehen.

Verkehrsstatistikgerät montiert

In den Unterlagen der Bezirksversammlung finden sich auch Stellungnahmen der beiden Polizeikommissariate von Billstedt (zum Billufer) und Hamm (für die beiden anderen Straßen). Am 20. Oktober hatten die Beamten an der Schurzallee-Mitte Nummer 14 ein Verkehrsstatistikgerät montiert, das zwischen 11 und 21 Uhr 37 Autos pro Stunde und Richtung zählte, heißt es im Papier der Hammer Polizei. Zu Verkehrsspitzenzeiten erhöhe sich das auf 55 Fahrzeuge pro Stunde und Richtung. Es sei nicht möglich, eine Anliegerstraße einzurichten – hierzu müssten die angrenzenden Gebiete als Wohn- und/oder Geschäftsgebiet ausgewiesen sein. Eine Senkung auf 20 km/h Höchstgeschwindigkeit scheide ebenfalls aus: Diese könne ausschließlich in zentralen, städtischen Bereichen mit hohem Fußgängeraufkommen angeordnet werden.

Mit Tempo 107 durch 30er-Zone

Stattdessen schlägt das PK 41 vor, so genannte Nasen, also durch unterschiedlich erlaubtes Parken versetzte Fahrbahnen, einzuführen. Am Billeufer seien zu normalen Tageszeiten 40 bis 60 Autos, zu Spitzenzeiten 120 Fahrzeuge unterwegs. „Die Straßenverkehrsbehörde sieht zur Zeit keinen Veränderungsbedarf im Bereich Billufer und stimmt dem Antrag des Regionalausschusses Horn, Hamm, Borgfelde und Rothenburgsort nicht zu.“ Weder das eine noch das andere Revier, auch nicht die Verkehrspolizei, hat eigene Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen; bei der Verkehrsstatistikmessung seien fast ausschließlich Verstöße im Verwarngeldbereich (bis 20 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit) festgestellt worden. In der Beschlussvorlage der Bezirksversammlung heißt es aber, bei einer der „viel zu seltenen Stichproben der Polizei“ seien in der jetzigen 30er-Zone 107 km/h als Spitzenwert gemessen worden.

Grüne fordern neue Messungen

Neue Messungen wollen die Grünen jetzt im Verkehrsausschuss fordern. Die Daten der Polizei seien nicht sehr aufschlussreich gewesen, da ihr Zeitpunkt und eine Baustelle das Bild verfälscht hätten, so Michael Osterburg (Grüne). Yannick Regh (SPD) sagte auf Anfrage, man sehe vor allem die Umwandlung in eine Anliegerstraße „als Hauptmaßnahme, um gegen die Problematik vorzugehen“.

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