„Care-Arbeit“ und die Krise der sozialen Reproduktion am Beispiel Hamburg

Wann? 19.05.2015 19:30 Uhr

Wo? hamburger frauenbibliothek - DENKtRÄUME, Grindelallee 43 (Sauerberghof rechts), 20146 Hamburg DE
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Hamburg: hamburger frauenbibliothek - DENKtRÄUME |

Selbstsorge ebenso wie die Sorge um andere sind für die Verwirklichung menschlicher Lebensbedürfnisse von grundlegender Bedeutung.

In Zeiten des Neoliberalismus sind jedoch die zeitlichen und finanziellen Ressourcen für die existenziell wichtige Care-Arbeit begrenzt. Gleichzeitig entsteht durch Privatisierungen im Pflege- und Gesundheitsbereich, Ökonomisierung der Bildungslandschaft, Reduktion sozialstaatlicher Leistungen ein Mehr an weitgehender unsichtbarer Haus- und Sorgearbeit in den Familien. So führt diese Situation insbesondere für Menschen mit Sorgeverpflichtungen für Kinder oder Pflegebedürftige zu enormen zeitlichen und körperlichen Überlastungen und/oder finanziell bedingten Existenzunsicherheiten. Deswegen sprechen im Care-Bereich Aktive von einer Krise sozialer Reproduktion.

Widerstand

In vielen betroffenen Bereichen hat sich dagegen Widerstand entwickelt, der im letzten Jahr in einem großen ersten Vernetzungstreffen in Berlin gebündelt wurde, auf dem regionale Gruppen aus den Bereichen Bildung und Erziehung, Gesundheit und Pflege, Soziale Arbeit, Ernährung und Wohnraum sich unter dem Motto: „Care Revolution“ trafen.

Gabriele Winker wird den theoretischen Hintergrund der „Care-Bewegung“ darstellen, und Tanja Carstensen wird über das Hamburger Netzwerk, bei dem u. a. Menschen aus den Bereichen Assistenz, pflegende Angehörige, Kita, Sozialarbeit, Diakonie, Politik und Wissenschaft tätig sind, und dessen Aktivitäten berichten.

Tanja Carstensen: Dr., Soziologin, Studium der Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und Pädagogik in Marburg und Hamburg; Betriebsrats- und Gewerkschaftsarbeit in der Kinobranche; Promotionsstipendium der Hans Böckler Stiftung; gewerkschaftliche Technologieberatung; seit 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Hamburg-Harburg, Arbeit-Gender-Technik. Arbeitsschwerpunkte, Veröffentlichungen und Lehrerfahrungen im Bereich Techniksoziologie, Internetforschung, Arbeitssoziologie, Geschlechterforschung und Diskursforschung; Feministisches Institut Hamburg

Gabriele Winker:
Prof. Dr., Professorin für Arbeitswissenschaft und Gender Studies an der TU Hamburg-Harburg und Leiterin des Arbeitsbereichs Arbeit-Gender-Technik. Ihr Interesse gilt feministischen Theorieansätzen im Bereich der Arbeits-, Internet- und Techniksoziologie. Sie möchte diese Erkenntnisse für politische Praxen nutzbar machen, die neoliberale Herrschaftsstrukturen herausfordern und transformieren; Feministisches Institut Hamburg
Dienstag, 19. Mai 2015, 19.30 Uhr

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg – Eintritt: 3 €
www.denktraeume.de
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