Völkerkundemuseum: Neustart mit Direktorin

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Die neue Direktorin des Völkerkundeumuseums, Professor Dr. Barbara Plankensteiner (r.), stellte in Anwesenheit von Kultursenator Carsten Brosda Ideen und erste Pläne für ihre Amtszeit vor Foto: Hanke
Hamburg: Rothenbaumchaussee 64 |

Babara Plankensteiner hat einen neuen Plan für Museum für Völkerkunde Hamburg

Von Christian Hanke
Rotherbaum
Nun ist sie da und im Amt, die neue Direktorin des Museums für Völkerkunde, Professor Dr. Barbara Plankensteiner (das Wochenblatt berichtete). Kürzlich stellte sie in Anwesenheit von Kultursenator Carsten Brosda ihre Vorstellungen und auch eine erste Ausstellung für das Museum vor. Die gebürtige Südtirolerin und Afrikaexpertin, die an der Neupositionierung des Weltmuseums Wien maßgeblich beteiligt war, und zuletzt als Senior Curator for African Art an der Yale University Art Gallery, USA, arbeitete, will auch das Museum für Völkerkunde neu aufstellen. Barbara Plankensteiner empfindet es als „großartige Chance und ein Privileg, dieses traditionsreiche Museum neu zu denken, zu positionieren und zu renovieren“. Außerdem reizt sie „die geopolitische Lage in einer multikulturellen Hafenstadt“. Nicht mehr eine „Reise um die Welt“, eine Wissensvermittlung über die Kulturen will sie bieten, sondern „Menschen neugierig auf andere Kulturen zu machen, Wissen zum Verstehen zu vermitteln und Neugier im Sinne von Wissbegierde zu wecken abseits von erotisierender Schaulust“, sagte die neue Direktorin.

Dauerausstellungen neu gestalten

Barbara Plankensteiner will außerdem die Sammlungen des Museums fürs Publikum und für die Wissenschaft besser zugänglich machen und die Dauerausstellungen neu gestalten. Dazu gehört für sie auch eine kritische Reflexion historischer Sammlungs-, Ausstellungs- und Forschungskontexte. So sieht sie es als als ethische Verpflichtung, „Sich mit der kolonialen Vergangenheit auseinanderzusetzen und sich dieser zu stellen“. Das sei die Grundlage „für die gute Zusammenarbeit mit den Herkunftsgesellschaften und den migrantischen Gemeinschaften vor Ort.“ Ein „Migrationsmuseum“ sei das Museum für Völkerkunde allerdings nicht. Gleichwohl sagte die neue Direktorin auch: „Das Thema Geflüchtete beschäftigt uns.“ Kultursenator Carsten Brosda freut sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Direktorin des Völkerkundemuseums, deren Auffassung des Museums als Stätte zur Vermittlung vom Verständnis anderer Kulturen er teilt. Brosda berichtet auch, dass die Besucherzahlen des Museums zuletzt leicht rückläufig waren. „Wir müssen einiges ausprobieren“, sagte Brosda.

Koreaausstellung geplant

Mit konkreten Planungen hielt sich Barbara Plankensteiner bedeckt. Zunächst müsse der Ist-Zustand des Museums aufgenommen und es müsse analysiert werden, wo die Schwächen und die Stärken des Museums liegen. Dann folgt ein strategischer Plan. Eine große Veranstaltung konnte die neue Direktorin aber schon ankündigen. Mitte Dezember wird eine Korea-Ausstellungim Museum für Völkerkunde eröffnet. Es wird die bisher größte ihrer Art in Deutschland sein. Auf einer Fläche von 750 Quadratmetern mit rund 7.000 Objekten. (ch)

Weitere Infos: Museum für Völkerkunde Hamburg

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