Bauboom rund um Planten un Blomen

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Die Fläche zwischen CCH und Planten un Blomen ist eine riesige Baustelle  Foto: Hanke
Hamburg: Dammtorbahnhof |

Naturfreunde fordern Garantie für Hamburgs grüne Lunge

Christian Hanke
Hamburg-Rotherbaum
Zwischen Dammtorbahnhof, Messegelände und Wallring ist viel in Bewegung. Zentrale Flächen der Stadt wie Planten un Blomen, die alten Wallanlagen und das Congress Centrum erfahren Neuerungen. Sind Grünflächen deshalb womöglich bedroht? Die Diskussion ist entfacht: Wie sehr gefährden Neubauten die bestehenden Grünflächen? Was passiert nun wirklich auf den besagten Flächen? Sehr viel Destruktives zurzeit auf der Fläche des ehemaligen Congress Centrums Hamburg (CCH). Der 1973 eröffnete Gebäudekomplex, damals eines der modernsten Kongresszentren Europas, ist eine riesige Baustelle. Der Ostteil ist abgerissen worden. Weil das neue CCH wieder ein Hit unter den großen Veranstaltungszentren werden soll, wird es umfangreich um- und neu gebaut. Vieles war veraltet. Raum- und Flächenprogramme werden darum umfangreich umgestaltet. Das neue CCH wird über 50 Säle mit einer Gesamtfläche von 36.000 Quadratmetern und 12.000 Sitzplätzen verfügen. Das alte CCH hatte 23 Säle mit 17.886 Quadratmetern. 2019 soll es neu eröffnet werden.

Folgen für die Umgebung

Der Umbau des CCH hat aber auch Auswirkungen auf die direkte Umgebung. Der Dag-Hammerskjöld-Platz wird sich zu den Alten Wallanlagen öffnen. Die Marseiller Straße ist als Durchgangsstraße bereits geschlossen worden. Um die Straßenflächen wird Planten un Blomen erweitert. In diesem Bereich könnte sich aber auch die Buccerius Law School, ansässig im früheren Botanischen Institut, Ecke Marseiller und Jungiusstraße, erweitern. Da schrillen bei Institutionen, die sich um die Zukunft von Planten und Blomen und die Alten Wallanlagen Sorgen machen, die Alarmglocken: Denkmalrat und Denkmalverein, Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur, Freundeskreis Planten un Blomen, Botanischer Verein, Naturschutzrat, die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur sowie der Bund für Umwelt und Naturschutz. Die Zeit-Stiftung, Träger der Buccerius Law School, kann sich vorstellen, die auf dem Gelände befindliche Kindertagesstätte, einen schmucklosen Klinkerbau, abzureißen und stattdessen ein Gebäude für studentisches Wohnen zu errichten. Außerdem hat die Stadt der Law School angeboten, Flächen vor ihrer Haustür zu erwerben. „Zusätzliche Räume“, so Frauke Hartmann, Sprecherin der Stiftung, könne die Schule gebrauchen. Man verhandelt derzeit mit der Stadt. Eine weitere Gefahr für die grüne Lunge muss nicht Wirklichkeit werden. Die geplante U-Bahnlinie U5 könnte eine Haltestelle Stephansplatz bekommen – in offener Bauweise. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie wird Anfang 2018 erwaret, die Streckenführung ist noch unklar.
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