Mehr Blumen für Hamburgs Bienen

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Die ökologische Bedeutung von Bienen ist beträchtlich

Rot-Grün will Bestäuber unterstützen und Hamburg-Nord bienenfreundlicher gestalten

Hamburg-Nord Das Schicksal der Bienen bewegte kürzlich die Bezirksversammlung Hamburg-Nord. SPD und Grüne wollen den Bezirk bienenfreundlicher gestalten, indem früh blühende Pflanzen wie Krokus, Lerchensporn, Wildtulpe oder Narzissen auf Grünstreifen, Mittelinseln und an Straßenrändern gepflanzt werden. Ebenso auf Flächen, die die Regionalausschüsse bis Ende 2017 vorschlagen sollen. SPD und Grüne sehen Bienen in Gefahr, insbesondere die Wildbienen, die in der freiean Natur leben, da die Blütenpflanzen, die sie bestäuben, durch den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln stark vermindert worden sind. Bienen aber tragen zum Erhalt von Wild- und Kulturpflanzen bei.

30 Prozent gestorben


„Ihre ökologische Bedeutung ist beträchtlich“, heißt es in dem Antrag von SPD und Grünen. „Honig- und Wildbienen sind durch Gift, Krankheiten und Nahrungsmangel bedroht. Allein im letzten Winter sind nach Hochrechnungen des Imkerverbandes in Hamburg 30 Prozent der Bienenvölker gestorben. Da die Leistung der Bienen beim Bestäuben weltweit bei über 265 Milliarden Dollar liegt, ist das nicht nur ein naturschutz-, sondern auch ein echtes wirtschaftliches Problem“, sagte dazu Christoph Reiffert, der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion in Hamburg-Nord. Und sein SPD-Kollege Jörg W. Lewin ergänzte: „Bienen sind ein wichtiger Bestandteil der landwirtschaftlichen Produktionskette. Neben der Honiggewinnung gewährleisten Bienen die Bestäubung von Obstplantagen und landwirtschaftlicher Nutzpflanzen. Darüber hinaus sorgen sie auch für den Erhalt der Blumen.“

CDU: Auch andere Insekten sind wichtig


Für die CDU ist das alles „Wichtigtuerei“. Die Christdemokraten wollen sich neben den Bienen auch um Schmetterlinge und andere Insekten kümmern. In einem eigenen Antrag fordern sie, „dass zukünftig mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse der Insekten in Hamburg-Nord genommen wird.“ Viel wichtiger als die Stärkung der Bienen hält die CDU die Anlage von Hecken und Bäumen. Mindestens 50 zusätzliche Hängeweiden sollten an der Alster und ihren Kanälen gepflanzt werden. Der Bestand an Bienenvölkern hätte in Hamburg zugenommen, berichtete ihr Abgeordneter Bernd Kroll. Auch die Piraten halten die Bienen nicht für gefährdet und empfahlen, sich einfach bei den Fachleuten im Bezirksamt beraten zu lassen. Der Antrag von SPD und Grünen wurden gegen die Stimmen der Piraten angenommen. Der Antrag der CDU in den Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz überwiesen. (ch)
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