In der Osterstraße trennten sich unsere Wege - verpasste Chance!

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16.10.12 um 15.15 Uhr

Gestern rief mich meine Freundin an. Ich ermunterte sie immer wieder, endlich mal auszugehen, um einen netten Mann kennen zu lernen.

"Er wird nicht an deine Tür klopfen, Inge, du musst schon mal unter Leute gehen", war mein Standardspruch für sie.

Am Telefon meldete sich eine vergnügte Inge: "Er hat an meine Tür geklopft! Ich war bei meiner Mutter und plötzlich stand ein Vertreter vor meiner Tür", klang es triumphierend durchs Telefon. "Er durfte eintreten, weil mich das Produkt echt interessierte. Nach 10 Minuten liebe Ute hatten wir das Produkt vergessen und ich habe Morgen ein Date. Was sagst du jetzt?"

"Du bist die Ausnahme und Glückwunsch", sagte ich total überrascht. Wir unterhielten uns noch eine Weile. Inge war überglücklich und ich freute mich mit ihr. "Meine Güte, sagte ich noch zu ihr "ich gehe immer aus. Wer weiß, wer schon alles bei mir geklingelt hat!" Es war ein angenehmes Telefonat und beschwingt und gut gelaunnt legte ich auf.

Ich schnappte meine Jacke, weil ich noch einen wichtigen Einkauf machen musste, bevor dieses kleine Geschäft geschlossen hatte. Ich erledigte den Einkauf und stieg in den Bus der Linie 23. Mit mir stieg ein ca. 40jähriger Mann ein. Gepflegt, Lederjacke, Jeans, Rucksack, braune Haare. Ich saß, er blieb leider stehen, obwohl der Platz mir gegenüber frei war.

Ein Mann mit Manieren, stellte ich fest, denn als sein Handy im Bus klingelte, stellte er es aus. "Respekt", sagte mein Blick. Ich musste immer mal wieder zu ihm hinsehen. Er auch zu mir. Immer mal wieder.

Niendorf Markt. Ich stieg aus. Während ich langsam die Treppen zur U2 hinunter ging, griff er sich sein Handy um zu telefonieren. Schade. Kein Mut, verpasste Chance.

In der Bahn blickte ich dann zufällig zur Tür. Dort stand er. Mein Herz schlug schneller,weil ich wusste, das ich zu feige war, ihn anzusprechen. Osterstraße stieg mein Traummann aus. Schade. Als die Tür sich schloss, sah ich, dass er sich nach mir umdrehte. Hoffte er, dass ich auch ausgestiegen war?

Emilienstraße nahm ich den nächsten Zug zurück, aber in der Osterstraße findet man niemanden. "Ute", dachte ich bei mir" warum hast du ihn nicht einfach nach einen Cafe fragen können, in dem es guten Kaffee gibt? Irgendwas, um ein Gespräch zu beginnen?

Nun gefällt mir mal einer und ich lasse ihn einfach aussteigen. Meine Güte....
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