Alle wollen Deutschland gewinnen sehen

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Jan-Henrik (mit seinen Eltern) ist ein Kenner: „Klose ist besser als Gomez, auch wenn dieser das Siegtor gegen Portugal schoss“.

Von Bad Oldesloe über Ahrensburg bis Siek: Viele Stormarner sind im Fußball-EM-Fieber

Von Hans-Eckart Jaeger
Ahrensburg. Fußballfan Jan-Henrik (14) kann es kaum noch erwarten: Heute abend, wenn die deutsche Nationalmannschaft ihr zweites Vorrundenspiel bei der Fußball-Europameisterschaft in Charkow/Ukraine gegen die Niederlande bestreitet, wird der 14-Jährige zu Hause in Siek vor dem Fernseher sitzen und mitfiebern. „Wir gewinnen auch die zweite EM-Partie“, sagt er und wagt eine optimistische Prognose: „Wir kommen mindestens ins Finale.“
Beim Ausflug zum Erdbeerenpflücken auf einem Feld in Delingsdorf gibt es in der Fußballer-Familie Christine und Kai Zabel nur ein Thema: Wen stellt Bundestrainer Joachim Löw als Mittelstürmer auf? Miroslav Klose oder Mario Gomez, der Schütze zum 1:0-Auftaktsieg gegen Portugal?
„Hoffentlich spielt Klose von Anfang an, dann kann nichts schiefgehen“, sagt Jan-Henrik. Er entpuppt sich als Fachmann: „Gomez ist vom Gegner leichter auszurechnen. Er steht vorne in der Mitte und wartet auf Pässe. Klose hat größere spielerische Klasse.“ Seine Eltern nicken, sie sind der gleichen Meinung.
Die deutschen Fahnen bestimmen in diesen Tagen überall das Bild. Beim traditionellen Umzug der Kreisfeuerwehren durch Bargteheide flattern die schwarz-rot-goldenen Wimpel bei allen Einsatzfahrzeugen im Wind. 50 Feuerwehren des Kreises Stormarn haben Abordnungen geschickt, alle reden bei ihrem 10-km-Marsch durch den Ort von der EM.
Das machen auch Kai Radzuweit und Nico Schumacher von der Feuerwache Bargteheide, als sie nach vier Stunden Umzug mit einer Blaskapelle vorneweg mit den Aufräumungsarbeiten beginnen: „Hauptsache gewonnen, die deutsche Mannschaft wird sich steigern. So wie sie es bei Europa- und Weltmeisterschaften immer getan hat.“
Fußball ist auch Gesprächsstoff beim Stadtfest in Ahrensburg. Aber es wird nicht nur über das deutsche Team diskutiert. Francoise Krohn sucht verzweifelt nach einer Fahne ihres Geburtslandes Frankreich. „Überall werden nur deutsche, portugiesische, italienische und dänische verkauft, aber die französische finde ich nicht“, klagt sie. „Unser Team wird es der Konkurrenz jedoch zeigen.“
Das glaubt auch die gebürtige Dänin Aase Ruschmeyer. Seit 41 Jahren ist sie mit einem Deutschen verheiratet. Sie wohnt in Bad Oldesloe, die dänische Staatsbürgerschaft hat sie nie abgelegt. Sie drückt ihrem Team fest die Daumen und sagt: „Vor 20 Jahren wurde Dänemark durch ein 2:0 im Finale gegen Deutschland Europameister. Warum sollte sich so ein Triumph nicht wiederholen?“ Beide Teams treffen aber schon in der Vorrunde aufeinander.
Davon träumt der sechs Jahre alte Tom Wiebers aus Delingsdorf, der heute abend gegen Holland auch zuschauen darf, ebenfalls. „Beim Spiel gegen Portugal war Tom ganz aufgeregt und hat laut gejubelt, als Gomez das Siegtor schoss“, sagt seine Mutter Nicole. „Tom ist schon ein richtiger Patriot.“
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