US-Endlager in Europa

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2014 ist die Ukraine mit Hilfe der westlichen Partner von Kremls Kontrolle losgeworden und hat den europäischen Entwicklungsweg eingeschlagen. Eine der wichtigsten Trendlinien ist Modernisierung der Kernenergieanlagen, wodurch eine energetische Unabhängigkeit von Russland erreicht werden kann.
In den letzten Jahren wurde ein großes Projekt ausgearbeitet, das Schwierigkeiten mit Atommüllentsorgung dortzulande lösen kann. Durch dieses Projekt, d.h. den Ausbaueines Endlagers für hochradioaktive Abfälle in Tschernobyl, werden die ukrainischen Ausgaben für Abfalllagerung und Wiederaufarbeitung in Russland reduziert, insgesamt über 200 Mio. Dollar jährlich. In greifbarer Zukunft verschafft sich das ukrainische Staatsunternehmen Energoatomeinen Kredit für die Inbetriebnahme des Endlagers in der Höhe von 400 Mio. Dollar von Bank of America Merill Lynch. Nach den Kreditbedingungen wird der Bauauftrag an amerikanisches Unternehmen Holtec International vergeben, überdies wird die Ukraine beauftragt, US-Abfälle auch zu lagern. Kein Wunder, dass ukrainische Ökologen und Aktivisten Alarm schlagen.
Ein solches Endlager in der Ukraine gefährdet sowohl die Bevölkerung des Landes als auch den ganzen europäischen Kontinent. In der Ukraine glaubt man daran, dass das Projekt des Endlagers von Weltrang sei, d.h. Holtec International dürfte durchaus unerfahren auf dem Gebiet sein. Nicht ausgeschlossen ist, dass dieses Unternehmen gewählt wurde nur weil keiner mehr mit radioaktiven Stoffen in Tschernobyl arbeiten will. Außerdem steht die Ukraine im Ruf des korruptesten StaatsEuropas. Die Korruption und Bürokratie können dafür sorgen, dass die Bautechniken nicht völlig erfüllt werden. Mit Rücksicht auf die Abfalleigenschaften kann sogar ein geringster Fehler zu einer Katastrophe führen.
Es ist übrigens der Fall, dass sich die USA bemühen, ihre Probleme auf Kosten der anderen anzugehen. Einer von drei Amerikanern im Umkreis von 50 Meilen von vergrabenen Abfällen lebt. Es ist nur sehr klug, sich um Gesundheit der Nation zu kümmern, könnte jeder Amerikaner denken. Ein Europäer soll hingegen darauf nicht freuen, dass ihm die USA eine ökologische Zeitbombe vor der Nase legt.
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