Alles so schön bunt hier in Hamburg

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Die ehemalige Kantine der Zeitschrift „Der Spiegel“ ist im Museum für Kunst und Gewerbe zu bewundern Foto: Hörmann
 
Zierstein der Hauptkirche St. Jacobi Foto: Christine von Seht/wb

„Farbe“ ist das Motto beim Tag des offenen Denkmals: 120 Gebäude zu sehen, 30 davon erstmals

Hamburg. Mehr Farbe geht nicht – die ehemalige „Spiegel“-Kantine leuchtet in Orange und Violett, viel Plastik im Farbrausch der Pop-Art, heute ein Fall für das Museum, doch immer noch sehenswert und – entsprechend dem diesjährigen Motto „Farbe“ für den Tag des offenen Denkmals – ganz sicher eine der Top-Attraktionen. Kantinen-Führungen veranstaltet das Museum für Kunst und Gewerbe am Sonnabend und am Sonntag jeweils um 15 Uhr. Wie alle Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals sind sie kostenlos. In diesem Jahr nehmen 120 Denkmäler teil, das ist ein Rekord. Allein 30 Gebäude sind erstmals dabei, darunter noch ein „Spiegel“-Relikt: Das alte Schwimmbad, in dem die Redakteure nach der Recherche über die aktuellen politischen Skandale ihre Bahnen zogen. Wie die Kantine wurde auch das Schwimmbad in den 1960er Jahren vom dänischen Designer Verner Panton gestaltet, 1975 erhielt es nach einem Brand marineblaue Mosaikfliesen. Zu sehen ist das Bad im Keller des ehemaligen Spiegelgebäudes, Brandstwiete 19. Führungen gibt es jeweils Sonnabend und Sonntag zwischen 10 und 12 Uhr. Spannend, denn das Schwimmbad ist für Besucher sonst nicht zugänglich. Das gilt auch für die normalerweise fest verschlossene Sakristei der Hauptkirche St. Jacobi, ebenfalls ein Neuling beim Denkmal-Tag. Der Anbau stammt aus dem Mittelalter, zu bestaunen sind plastische Ziersteine mit ungewöhnlichen Motiven wie einer herausgestreckten Zunge. Am Tag des offenen Denkmals ist in St. Jacobi auch der im Jahr 1710 neu gestaltete Herrensaal zu besichtigen, hinter prachtvollen Wandbespannungen kommen bei der Führung Landschaftsmalereien zu Tage. Die Sehenswürdigkeiten von St. Jacobi können Besucher am Sonnabend zwischen 10 und 16 Uhr betrachten, Führungen gibt es zu jeder halben Stunde. Ganz in der Nähe ist die Hauptkirche St. Petri. Hier können die Besucher am Sonnabend und am Sonntag den Turm besteigen, immerhin Hamburgs höchsten Aussichtspunkt. Die Grundsteinlegung des Turms war im Jahr 1342. Ein weiteres Highlight erwartet alle Denkmal-Touristen in einem ganz normalen Bürogebäude in der Straße Bei St. Annen 2. 1953 wurde es von Werner Kallmorgen als Verwaltungsgebäude für die Zollbehörden entworfen. Das sogenannte Freihafenamt hat im Erdgeschoss ein großes Atrium, das das Herz jedes Architekturfreundes höher schlagen lässt und nur am Denkmaltag öffentlich zugänglich ist. Für die halbstündlichen Führungen am Sonnabend müssen sich Interessenten aber vorher telefonisch anmelden. Ganz besonders viele Veranstaltungen für Kinder bietet das Hamburg Museum. Darunter eine Familien-Rallye durch die Hamburger Geschichte und eine Bastel-Werkstatt, in der Kinder bunte Wolkenkratzer-Fassaden aus Papier gestalten. Das Programm für den Tag des offenen Denkmals ist so bunt wie das diesjährige Motto „Farbe“. Im Internet kann sich jeder unter denkmaltag-hamburg.de seine Lieblingsveranstaltung heraussuchen. (sh)
Sonnabend und Sonntag, 13./14. September, 15 Uhr, Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz 1, Treffpunkt für Kantinen-Führung: Foyer. Sonnabend und Sonntag, zwischen 10 und 12 Uhr, ehemaliges „Spiegel“-Gebäude, Brandstwiete 19, Schwimmbad-Führung.
Sonnabend, 10 bis 16 Uhr, Hauptkirche St. Jacobi, Jacobikirchhof 22, Führungen zu jeder vollen Stunde Herrensaal, zu jeder halben Stunde Sakristei, ab 17 Uhr Konzert „Grundton D“.
Sonnabend, 10 bis 17 Uhr und Sonntag 11.30 und 17 Uhr, Hauptkirche St. Petri, Bei der Petrikirche 2, Turmbesteigung möglich, Führung: Sonntag, 11.30 Uhr. Treffpunkt Turmhalle.
Sonnabend, 11 bis 14 Uhr, Bei St. Annen 2, halbstündlich Führungen ehemaliges Freihafenamt, nur nach Anmeldung unter Tel.: 040-3088-3602/-3644.
Sonntag, 11-17 Uhr, Kinderprogramm im Hamburg Museum, Holstenwall 24.
Das vollständige Programm für den Tag des offenen Denkmals unter
denkmaltag-hamburg.de
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