Ausstellung „Revision“ in Hamburg

Wann? 17.04.2017 bis 04.08.2017

Wo? Steintorplatz, Steintorpl., 20099 Hamburg DE
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Das Foto Löwe und Dompteur von Hedda Walther wurde um 1930 aufgenommen Foto:© Werner Kourist
 
Die Fotografie trägt zur Identitätsfindung der Gesellschaft bei: Wer sind wir und wer wollen wir sein? Besonders die Porträts der Ausstellung „Revision“ regen den Betrachter zum Nachdenken an Foto: Andrzej Steinbach © Andrzej Steinbach, Galerie Conradi
Hamburg: Steintorplatz |

Große Fotografie-Schau im Museum für Kunst und Gewerbe mit fünf Themenschwerpunkten

Hamburg-Altstadt Der Titel der Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbebringt es auf den Punkt: „Revision. Fotografie im MKG“. Tatsächlich sichtete und erfasste das Team um Kuratorin Esther Ruelfs die gesamte Fotografie-Sammlung des Hauses, immerhin rund 75.000 Werke. Mit diesem umfassenden Überblick und der frisch erstellten Gliederung im Kopf soll die Sammlung auch nach außen präsentiert werden.

Fünf Sammlungsschwerpunkte

Die entstandene Ausstellung „Revision“, die bis April 2017 im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen ist, zeigt fünf Sammlungsschwerpunkte: Das Porträt, die Reportagefotografie, der Piktorialismus, das meint Fotografie als Kunstwollen, die Abstraktion als eigene Kunstform der Fotografie und schließlich die Reproduktion, die die Fotografie als Hilfsmittel zur Dokumentation von Kunstwerken einsetzt. Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts öffnete sich das Haus als erstes Museum in Deutschland dem Medium der Fotografie und übernahm dabei eine Vorreiterrolle: Das Museum kaufte Fotografien als eigenständige Werke an, bildet aus ihnen einen Sammlungsschwerpunkt und präsentiert sie in Ausstellungen. Seitdem hat das Museum für Kunst und Gewerbe kontinuierlich Fotografie gesammelt. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder spannende Ausstellungen zu einzelnen Themenbereichen wie zum Beispiel der Reisefotografie oder zu historischen Architektur-Aufnahmen aus Hamburg.

Vielseitige Ausstellung

Diese Themenbereiche hat die „Revision“ jetzt in einer umfassenden Durchsicht neu strukturiert. Die dazugehörige Ausstellung zeigt repräsentative Werke, zwar nicht aus allen Bereichen, dafür fehlt der Platz, aber vermittelt doch einen Eindruck der vorhandenen Vielseitigkeit. Besonders spannend: Im Bereich „Reproduktion“ geht Kuratorin Esther Ruelfs der Frage nach, ob die Fotografie zum Zwecke der Dokumentation von Kunstwerken in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehr ist als die möglichst detailgenaue Abbildung von Kunstgegenständen. Häufig werden die Kunstwerke geradezu inszeniert und enthalten dadurch die subjektive Sicht des Fotografen auf das abgebildete Werk. Heute ist die Reproduktions-Fotografie möglichst objektiv und gänzlich frei von Farbeffekten oder spektakulären Perspektiven, möglichst auf eine eins zu eins Abbildung bedacht. Der Raum zur Reportage-Fotografie besticht durch Wände mit Zeitungsausschnitten aus Magazinen, die Reportagestrecken der vorgestellten Fotografen zeigen. Das dem Museum überlassene Bild ist oft vom Fotografen ausgewählt. Das Team um Esther Ruelfs hat Zeitschriftenbestände gesichtet, um auch die Reportagen zu den Bildern zu finden und damit die Aufnahmen, die damals von den Redaktionen tatsächlich ausgewählt wurden. Insgesamt ist die Schau sehenswert wegen ihrer unterschiedlichen Perspektiven auf die Fotografie, auch wenn die ganz großen Highlights fehlen. „Revision. Fotografie im MKG“ zeigt einen neuen und geschärften Blick auf die Fotografie-Sammlung des Museums. (sh)

„Revision“: bis 17. April 2017, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, Eintritt: 12 Euro, ermäßig 8 Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre frei. Weitere Infos: Museum für Kunst und Gewerbe
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