Blinder Gehorsam bis zum Mord

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Klare Rollenverteilung: Loeb (Sebastian Hill, l.) diktiert, Leopold (Guy Woolf) schreibt Foto: Kock

English Theatre spielt Dolginoffs Musical „Thrill me“ nach einer wahren Begebenheit

Uhlenhorst Sie hatten das perfekte Verbrechen geplant und offenbar nur deshalb einen Jungen ermordet. Nathan Leopold und Richard Loeb, Studenten aus wohlhabenden Hause, wurden wegen dieses Mordes 1924 zu lebenslanger Haft verurteilt. „Thrill Me“ hat der amerikanische Autor und Komponist Stephen Dolginoff sein Musical über diesen spektakulären Kriminalfall genannt, das jetzt im English Theatre of Hamburg zu sehen ist.

Unerlaubtes Tun


Im düsteren Bühnenbild aus schwarz-glänzenden Podestteilen sehnt sich Loeb nach dem Thrill durch unerlaubtes Tun. Nathan Leopold folgt ihm in blindem Gehorsam, denn der schüchtern-zaghafte Studiosus ist hoffnungslos verliebt in den charismatisch-dominierenden, nach Pefektion strebenden Loeb. Mal fackeln die beiden ein Kaufhaus ab, mal erleichtern sie wohlhabende Zeitgenossen um Schmuck und andere wertvolle Gegenstände.

Lebenslange Haft


Doch das ist Loeb nicht genug. Der perfekte Mord muss es sein. Dafür muss ein armer Schuljunge dran glauben. Aber die beiden werden nur wenige Tage nach der Tat geschnappt. Leopold hat seine Brille am Tatort verloren. Warum das perfekt geplante Verbrechen für die Täter, die zu lebenslanger Haft verurteilt werden, so kläglich endet – dafür hat Autor Dolginoff seine ganz eigene, schlüssige Erklärung. Guy Woolf (Leopold) und Sebastian Hill (Loeb), die beiden jungen Darsteller aus London, die erstmalig am English Theatre spielen, entwickeln diese Erklärung folgerichtig aus ihrem stimmigen und dichten Spiel miteinander, das sie im Gesang bestens zu untermauern verstehen. Der Schluss wartet trotzdem noch mit einer Überraschung auf. (ch)

„Thrill Me“ ist bis zum 27. Juni im English Theatre zu sehen, Lerchenfeld 14. Karten zwischen 24 und 29,50 Euro unter 227 70 89
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