Die goldenen 20er-Jahre in Hamburg

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Rasante Hit-Collage im Ernst-Deutsch-Theater

Hamburg. Rasanter und ungewöhnlicher Auftakt in die neue Spielzeit am Ernst Deutsch-Theater: mit der Revue „über den kleinen Unterschied“ – „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“ begann die Bühne an der Mundsburg musikalisch - und eroberte das Publikum im Sturm. Die goldenen Zwanziger Jahre leben wieder auf, mit vielen bekannten Texten und Melodien, insbesondere von Friedrich Hollaender, aber auch neuere Kompositionen, Schlager und Lieder von Georg Kreisler, Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer oder Mikis Theodorakis präsentiert das großartige Ensemble.
Nach klassischem Beginn aus Goethes „Faust“ - Gretchen-Szene - kommen Anke Fiedler, Anika Mauer, Andreas Bieber, Roberto Guerra und Guntbert Warms mit Kurt Weills Alabama-Song langsam in Fahrt, um dann perfekt die große Kunst der Revue, meist in 1920er-Jahre-Atmosphäre, Glitzerkulisse, schwarzer Frack und Zylinder, zu zeigen. Guntbert Warms bleibt dabei der Mephisto, weiß geschminkt mit zwei kleinen roten Hörnchen auf der Stirn.
Und so geht es übergangslos von einem Klassiker zum nächsten: „Nimm dich in acht vor blonden Frauen“, „Diamonds are a Girl´s best Friend“, „Two Ladies“, „Guck doch nicht immer nach dem Tangogeiger hin“. Für Höhepunkte sorgen Anika Mauer als sturzbetrunkene in Egon Vernarrte („Ach Egon, Egon, Egon, Egon, ich hab ja nur aus Liebe zu dir...“) und Guntbert Warms, der Hollaenders „Stroganoff“ mit einer unbändigen Spiellust serviert.
Im zweiten Teil wird´s dann richtig schräg. Die Damen kommen als Männer, die Herren als Frauen. Und wieder ist es Guntbert Warms, der im roten Lackkleid mit einer feinen Persiflage auf Mikis Theodorakis „Zusammenleben“ und vor allem mit seinen „Enthüllungen einer Stripteasetänzerin“ das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Auch „Das bisschen Haushalt“, „Die Capri-Fischer“ und „Der Mond von Wanne-Eickel“ werden eigenwillig interpretiert. Am Ende geht´s zurück zu Weill und Hollaender. Zurückgenommen und ohne Verstärkung intonieren Fiedler, Mauer, , Robert Guerra und Warms den Titelsong „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“. Danach Standing Ovations, nicht enden wollender Beifall. (ch)
Zu sehen bis zum 27. September im Ernst-Deutsch-Theater
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