Ein Franzbrötchen-Krimi aus Hamburg

Wann? 15.03.2017

Wo? Heidi Kabel Platz, Heidi-Kabel-Platz, 20099 Hamburg DE
Anzeige
Erscheint am 15.3: der Franzbrötchen-Krimi „Der Fremde im Backtrog“ von Sören Ingwersen Foto: Hanke
 
Franzbrötchen-Krimi: er kostet 9,90 Euro und ist nach der Lesung am 15.3. im Buchhandel erhältlich Foto: wb
Hamburg: Heidi Kabel Platz |

Billstedter schreibt spannenden Krimi über Zimt-Gebäck. Lesung im Ohnsorg-Studio

Von Christian Hanke
Billstedt
Dunkle Gestalten haben in Krimis immer böse Absichten. Doch, was die schwarze Gestalt, das Gesicht unter einer Kapuze verhüllt, in Sören Ingwersens Krimi „Der Fremde im Backtrog“ beabsichtigt, ist wahrlich ungewöhnlich. Sie erpresst den Bäcker Bastian Plüsch, der eine Leiche in seinem Backtrog gefunden hat, mit der Forderung Plüsch möge ein besonderes Kleingebäck in Serie herstellen: das Franzbrötchen.

Franzbrötchen-Verlag


So beginnt der erste Krimi von Sören Ingwersen, Billstedter Autor, Journalist und Verfasser von Libretti. Einen Franzbrötchen-Krimi hat er geschrieben – erschienen im Franzbrötchen-Verlag. Das ist kein Gag, sondern zeugt nur von der großen Begeisterung des 46-jährigen Autoren für diese wohlschmeckende Hamburger Spezialität. Für das himmlische Zimt-Gebäck schwärmt Ingwersen schon seit vielen Jahren. Gemeinsam mit Manfred Beseler, dem Gründer des Franzbrötchen-Verlages, und Adriana Gagliardi brachte er bereits 2004 ein Buch mit Texten rund um das Franzbrötchen heraus, und half bei der Organisation des Franzbrötchen-Wettbewerbs, den Beseler seit 2010 veranstaltet. Da er schon immer einen Roman verfassen wollte, lag es nahe seine gebackene Leidenschaft in den Mittelpunkt eines solchen Textes zu stellen. Krimiliebhaber ist Ingwersen zwar nicht, aber kulinarische Krimis, die in den letzten Jahren zahlreich erschienen sind, brachten ihn auf die Idee, auch das Franzbrötchen mit einem Verbrechen zu verbinden. „Die Verbindung Krimi und Franzbrötchen fand ich skurril“, erzählt Ingwersen. Hinzu kam das Rätsel um die Entstehung des Franzbrötchens.

Historisches Hamburg und ein Franzbrötchen


So spielt sein Erstling „Der Fremde im Backtrog“ nicht in der Gegenwart, sondern im Hamburg des Jahres 1815. Um diese Zeit könnte ein Franzbrötchen nämlich zum ersten Mal gebacken worden sein. Die Franzosen waren gerade abgezogen. Da liegt es nahe, sie mit dem ersten Franzbrötchen in Verbindung zu bringen. Tatsächlich muss das erste Franzbrötchen in den Jahren vor 1825 entstanden sein. Das hat Manfred Beseler herausgefunden. Da gab es in Altona die Bäckerei „Franz‘scher Bäcker“, gegründet von einem Exil-Franzosen.

Das Hamburg von 1815


Ingwersen konzentriert sich in seinem ersten Roman aber nicht nur auf das Franzbrötchen und einen Kriminalfall. Er breitet vor den Leserinnen und Lesern das Hamburg von 1815 aus und beschreibt viele Personen, die typisch für das damalige Hamburg sind. „Nur ein Krimi oder ein Roman über eine Bäckerfamilie, die Franzbrötchen backt, wären mir zu wenig gewesen. Ich wollte auch Menschen aus der Zeit beschreiben“, erzählt Sören Ingwersen, der das Leben von 1815 erst einmal recherchieren musste. „Ich wusste nichts über Hamburg im Jahre 1815“, bekennt der Billstedter Autor freimütig und fährt fort: „Ich habe genau so viel Zeit für die Recherche gebraucht wie für das Schreiben.“ Es hat sich gelohnt. Man erfährt in seinem Franzbrötchen-Krimi viel über die damalige Zeit und die Menschen. Unabhängig davon macht es aber richtig Spaß, das Buch zu lesen, denn Ingwersen versteht es, die Personen liebevoll und mit feinem Humor zu zeichnen und auch ihr Innenleben auszubreiten. Daher ist „Der Fremde im Backtrog“ weit mehr als nur ein Krimi rund um das Franzbrötchen. Es ist ein historischer Roman mit facettenreich beschriebenen Personen. Man fiebert mit dem etwas schusseligen Bäcker Plüsch mit, der eine Leiche loswerden muss, mit der er nichts zu tun hat, weil er der Polizei, die sich noch im Aufbau befindet, nicht traut, und seiner patenten Nachbarin und guten Freundin Marianne Lewark, mit der zusammen er sich an die Aufklärung des Mordfalles macht.

Lesung am 15. März


Wer einen ersten Eindruck von Ingwersens Krimi bekommen möchte, dem sei die Premiere des Buches am Mittwoch, 15. März, 17.30 Uhr, im Ohnsorg-Studio, Heidi Kabel Platz 1, empfohlen. Ohnsorg-Schauspieler Erkki Hopf liest aus „Der Fremde im Backtrog“. Der Eintritt ist frei.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige