Ernst auf Englisch

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Gwendolen (Francesca Bailey, l.) und Cecilie (Joanna Sawyer) wissen bald nicht mehr, ob sie ihre Verlobten Algernon (Joel Sams, r.) John (George Evans) noch ernst nehmen können. Foto: Hans Jürgen Kock

Oscar Wilde im English Theatre of Hamburg

Uhlenhorst. „Wir sollten all die trivialen Dinge des Lebens ernst nehmen, und all die ernsten Dinge des Lebens mit aufrichtiger und studierter Trivialität bertrachten“, schrieb Oscar Wilde (1854-1900) über sein erfolgreichstes Stück, die „triviale Komödie für ernsthafte Leute“ „The Importance of Being Earnest“, die derzeit in englischer Sprache im English Theatre of Hamburg zu sehen ist. Doppeldeutig ist der Titel. Denn zwei fiktive Personen mit Namen Ernst spielen hier eine gewichtige Rolle ebenso wie die Bedeutung, in diesem heiteren Liebesverwirrspiel ernst zu sein. Algernon und John, zwei lebenslustige Dandys, haben jeweils einen Zeitgenossen namens Ernst erfunden, um einen Grund zu haben, in die Stadt beziehungsweise aufs Land zu reisen. Algernons Ernst ist ein kranker Freund auf dem Lande, den er ab und zu besuchen muss, John hat einen leichtlebigen Bruder Ernst in der Stadt. Doch weil die beiden sich in zwei vornehme junge Damen verlieben, die den jeweiligen Ernst ernst nehmen, ergeben sich allerlei Verwicklungen, die sich am Ende in Wohlgefallen, drei Hochzeiten und einer überraschenden Verwandtschaft auflösen.
Regisseur Julian Woodford hat das zu Wildes Zeiten spielende Stück in die 1950er Jahre verlegt und um höchst unterhaltsame musikalische Vorspiele vor den drei Akten erweitert. Wunderbar „british“ spielt das achtköpfige tatsächlich britische Ensemble. Insbesondere Francesca Bailey perfektioniert mit gespreizten Fingern, stolz erhobenem Haupt und generösen Bewegungen die standesbewusste Tochter aus Aristokratenhause. Adrian Palmer glänzt verschmitzt als Bänkelsänger mit Ukulele. (ch)

Bis 27. April im English Theatre, Lerchenfeld 14, Karten zum Preis von 9 bis 29,50 Euro unter Tel.: 22 77 089.
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