Faszination Wirklichkeit

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Die Familie Nathanson, gemalt 1818, von Eckersberg. Der jüdische Kaufmann lebte in Altona Repro: Hörmann

Eckersberg in der Kunsthalle: nackte Tatsachen und stolze Segelschiffe

City Der Umbau der Kunsthalle geht in die letzte Phase – da zieht das Kunsthallen-Team um Direktor Hubertus Gaßner noch einen Trumpf aus dem Ärmel: Christoffer Wilhelm Eckersberg (1783-1853) ist vielen Hamburgern schon durch die erfolgreiche Ausstellung „Dänemarks Aufbruch in die Moderne“ (September 2013 bis Januar 2014) ein Begriff, 77.000 Besucher kamen in diese Schau – ein Publikumsrenner. Die Dänen sind einfach beliebt in Hamburg und Eckersberg gilt als zentrale Figur des „Goldenen Zeitalters der dänischen Malerei“. Er war jahrzehntelang Professor an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen und bildete zahlreiche dänische Künstler aus. Spannend für den Ausstellungsbesucher: Eckersberg widmete sich allen damals angesagten Kunstrichtungen. Porträt- und Landschaftsmalerei, Aktmalerei, maritime Motive, Historiengemälde und Genrebilder, die Ausstellung zeigt alle Facetten dieses vielseitigen Künstlers. Und doch gibt es so etwas wie einen roten Faden, sagt Kurator Markus Bertsch: „Durch das ganze Werk von Eckersberg zieht sich eine extreme Wirklichkeitsnähe.“ Tatsächlich erscheinen manche Straßenszenen wie Momentaufnahmen, sie bilden das Alltagsgeschehen ab und halten die Figuren mitten in einer Bewegung fest. Sehr realistisch sind auch die Aktbilder, Eckersberg hat 1830 weibliche Akte an der dänischen Akademie etabliert, vorher gab es nur männliche Modelle. Besonders die Großformate sind „enterotisiert“, erklärt Kurator Markus Bertsch, „die Figuren sind fast schon übersteigert nackt“. Nackte mit Ausrufezeichen und sehr angezogene Porträts, dazu wunderschöne Landschaften und maritime Szenen. Das Werk von Christoffer Wilhelm Eckersberg ist sehenswert und erstmals in Europa außerhalb Dänemarks in einer so großen Retrospektive zu sehen. Eine spannende Reise durch die Malerei des 19. Jahrhunderts am Beispiel eines vielseitigen Künstlers. (sh)

Bis 16. Mai, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Hamburger Kunsthalle, Glockengießerwall 5, Hubertus Wald Forum. Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei. Sonnabend 15 Uhr und Sonntag 14 Uhr öffentliche Führungen
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