„Game Masters“: Zum „Daddeln“ ins Museum

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Das Spiel „Dance Central“ hat viele Fans Foto: Museum für Kunst und Gewerbe
 
Einen Joystick als Kunstwerk malte Catherine Kaleel Repro:Hörmann

Ausstellung in Hamburg zeigt Computerspiele, Konsolen und Spielautomanten der letzten 40 Jahre

Von Stefanie Hörmann
Hamburg
Kostenlos an Spielautomaten daddeln, die neusten Computerspiele ausprobieren und vor allem stundenlang spielen – das Museum für Kunst und Gewerbe wird gerade zum Paradies für Jugendliche. Die Ausstellung „Game Masters“ gibt einen Überblick über 40 Jahre Video- und Computerspiele und stellt die Arbeit von über 30 internationalen Videospiel-Designern und Kreativteams vor. Die Spieleentwickler, die „Game Masters“, haben die Entwicklung neuer Spiele, Genres und Figuren maßgeblich beeinflusst und damit auch unsere Alltagskultur mitgeprägt. Computerspiele sind heute in den Familien selbstverständlicher Teil der Freizeitgestaltung, die Figuren finden über die Spielzeugindustrie Einlass in die Kinderzimmer. Doch auch aus Kunst und Kultur ist der Einfluss der digitalen Spielwelt nicht mehr wegzudenken. Das Museum für Kunst und Gewerbe stellt die Kreativen vor, die hinter den Spielen stecken, zeigt, wie sie arbeiten und welche Ideen im Verlauf der Entwicklung herausragten und den Markt veränderten. Besonders charmant: Die alten Spielekonsolen aus den 70er Jahren und dazugehörige Spiele sind genauso Teil der Ausstellung wie moderne 3-D-Brillen. Damit das Museum auch alte Nintendo-Geräte und Atari-Konsolen zeigen kann, hat Sammler Oliver Knagge tief in seine Schatzkiste gegriffen. „Ich bin den 1970er-Jahren aufgewachsen, hatte immer die neuen Geräte, irgendwann habe ich angefangen, zu sammeln.“ Heute sind es über 80 Spielautomaten und 500 bis 600 Computerspielkonsolen. Florens Huhn ist über das Germanistikstudium zum Interesse am Computerspiel gekommen: „Ich bin leidenschaftlicher Spieler, aber noch schöner ist es, etwas Neues zu entwickeln, man kann Geschichten in der digitalen Welt erfahrbar machen.“ Im Augenblick beschäftigt er sich gerade mit dem Zusammenhang von Spiel und Gefühl wie in dem Spiel „Journey“, das im Museum ausgestellt ist. Genau dahin möchte Medienpädagoge Andreas Hedrich die Jugendlichen bringen, kein sinnloses Abknallen in sogenannten Ego Shootern, sondern technisches Interesse und phantasievolle Auseinandersetzung mit dem Medium. „Wir bieten im Rahmen der Ausstellung auch Workshops an“, sagt Andreas Hedrich von der Initiative Creative Gaming, die das Museum bei der Ausstellung „Game Masters“ beraten und unterstütz hat, „dort können Jugendliche lernen, wie man einfache Spiele programmiert.“ Jeden zweiten Sonnabend gibt es eine offene Gruppe, bei der die Jugendlichen einfach vorbeischauen und mitmachen können. Wer noch mehr über Creative Gaming erfahren möchte, kann zusätzlich zur Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe die Messe „Play 16“ über Computerspiele (siehe Verlosung auf Seite 5) besuchen, die noch bis zum 6. November zahlreiche Veranstaltungen anbietet. (sh)

„Game Masters“: bis 23. April 2017, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz 1, Eintritt: 12 Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre frei. Workshop für Spielfans ab 11 Jahren Sonnabend, 19.11., 3. 12. 17. 12., Teilnahme kostenlos, Infos unter info@creaive-gaming.eu. Messe bis 6. November. Weitere Infos: Creative Gaming Festival
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