Hafen, Schlepper und die Elbe

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„Schlepper und Barkasse“ ist der Titel dieser Tuschpinselzeichnung von Emil Nolde aus dem Jahr 1910 Repro: Hörmann

Emil Noldes Hamburg-Bilder in der Kunsthalle zu sehen

City Im Jahr 1910 besucht der damals noch weitgehend unbekannte Emil Nolde (1867 – 1956) Hamburg, der Künstler aus Nordschleswig war fasziniert von der Großstadt, hatte sie schon häufig besucht, aber 1910 blieb er anlässlich einer Ausstellung für mehrere Wochen – und geriet in einen Schaffensrausch. Nolde malte wie ein Besessener, über 100 Arbeiten entstanden im Februar und März während seines Aufenthalts in der Hansestadt. Besonders der Hafen hatte es Nolde angetan. Seine Bilder waren für die damalige Zeit unglaublich modern, da sind sich die Experten heute einig. Er malte das Zusammenspiel von Natur und Technik, Dampfer, Schlepper und immer wieder die Elbe, das waren seine liebsten Motive.

Vom Boot aus gemalt


Ganz besonders gern zeichnete er vom Boot aus. Bewegung einzufangen war ihm wichtig, den Zeichenblock oder sogar Platten für Radierungen hatte er dabei auf den Knien. Mit der Ausstellung „Nolde in Hamburg“, die jetzt in der Hamburger Kunsthalle zu sehen ist, soll die besondere Beziehung Emil Noldes zu Hamburg umfassend dargestellt werden – und entsprechend stehen die Arbeiten aus dem Jahr 1910 im Mittelpunkt. „Die Verbindung des Künstlers zu seiner Stadt zu zeigen, sein Verhältnis zum Wasser, Nolde liebte das Wasser und auch die Resonanz des Kunsthandels und der Kritiker in der Stadt zu beleuchten – und gleichzeitig eine sinnliche, schöne und leuchtende Ausstellung zu präsentieren, das war unser Ziel“, erklärt Kuratorin Karin Schick. Seit 1907 feierte Emil Nolde in Hamburg erste Ausstellungserfolge in Galerien, fand mit Persönlichkeiten wie Gustav und Luise Schiefler und Martha und Paul Rauert Freunde, Förderer und Sammler seiner Kunst. Und auch wenn der Übervater der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, der erste Direktor des Hauses, mit Nolde nicht so recht etwas anfangen konnte, wurde sein Werk doch in Hamburg hoch geschätzt und von Lichtwarks Nachfolgern dann auch fleißig angekauft.
Den Nazis galt Nolde als „entartet“, trotz einiger Anbiederungsversuche bekam er 1941 Malverbot. Die Ausstellung, die noch bis Februar in der Galerie der Gegenwart zu sehen ist, gibt mit rund 200 Arbeiten einen guten Einblick in das Schaffen des Künstlers Emil Nolde anhand seiner Werke über Hamburg und den Hafen.(sh)

Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr. Ausstellung bis 10. Februar. Hamburger Kunsthalle, Galerie der Gegenwart, Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 6 Euro.
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