Hamburg: Wo Jerry Cotton den Serienmörder jagt

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Tatort Bühne (v.l.): eine Szene mit Stefan Brentle, Christine Wilhelmi, Gosta Liptow Foto: delovska.de/wb
 
Für Mathieu Carrière, der die Premiere mit Schauspielkollegin Maike Knirsch besuchte, kamen bei Jerry Cotton Jugenderinnerungen auf

20 Jahre Imperial Theater: Jubiläumstück verbindet Kult-Ermittler mit dem „Ripper“. Promis bei der Premiere

Von Dagmar Gehm
Hamburg. Das 20-jährige Bestehen des Imperial Theaters, Deutschlands größtem Krimi Theater, wurde gerade mit einer fulminanten Premiere gefeiert. Mindestens bis März 2015 steht jetzt „Jerry Cotton jagt den New Yorker Ripper“ auf dem Spielplan. Mit der Uraufführung gelang Intendant Frank Thannhäuser ein Geniestreich, denn ein Buch über den New Yorker G-man Jerry Cotton im Zusammenhang mit dem Londoner Jack the Ripper hat es noch nie gegeben. Es war seine Idee, den neuen Ripper mit den Original-Tatorten auf einen anderen Kontinent und in eine andere Zeit – die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts – zu transferieren. Nur wenige Vorgaben gab es vonseiten des Bastei Verlags einzuhalten, der „Jerry Cotton“ seit 1954 bis heute mit der Gesamtauflage von über 930 Millionen Exemplaren zur erfolgreichsten Kriminalromanserie der Welt machte.
Seit Eröffnung des plüschigen Imperial Theaters 1994 – anfangs war es Premieren- und später Pornokino - ist Thannhäuser Kümmerer um Mensch und Material. So zeichnet der Schauspieler und Regisseur sich auch für die Auswahl der Bühnenstücke und deren künstlerische Umsetzung verantwortlich. „Das Imperial Theater ist ein bisschen mein Baby“ sagt er. „Ich fühle mich dafür verantwortlich“. Knapp eine Million Besucher kam in den 20 Jahren seines Bestehens in das Haus ganz oben an der Reeperbahn. Nach ein paar Jahren mit Musicalproduktionen werden seit 2002 hauptsächlich Kriminalstücke von Autoren wie Edgar Wallace und Agatha Christie aufgeführt.
Zur Premiere des Jerry-Cotton-Falls kam auch Schauspieler Mathieu Carrière: „Seit meinem 11. Lebensjahr bin ich großer Jerry Cotton Fan“, gestand er dem Hamburger Wochenblatt. „Ich fühlte mich wieder in meine Jugend zurück versetzt. Den Theaterthriller finde ich noch besser als die Hefte. Das Bühnenbild war wie ein Tatortkrimi aus den 60ern gehalten.“ Auch der Intendant des Ohnsorg Theaters, Christian Seeler, zeigte sich auf der anschließenden Feier in der „JedermannVerpflegungsAnstalt“ JVA begeistert: „Ein spannendes Stück – ein wunderbares Ensemble! Bis zum Schluss weiß man nicht, wer der Täter ist. Faszinierend!“
Florian Vogel, künstlerischer Leiter des Schauspielhaus Hamburg, fand es „einfach phänomenal, wie man einen Groschenroman mit so viel Phantasie und Spielwitz umsetzen kann. Dazu ein grandioses Bühnenbild, das die Grenzen des Theaters vollkommen sprengt, so dass man praktisch einen Film sieht.“
Neun Schauspieler der insgesamt 19-köpfigen Stammbesetzung treten bei Jerry Cotton auf. Wie Hauptdarsteller Stefan Brentle, der den berühmten FBI-Agenten mimt.
„Als ich die Rolle des Jerry Cotton angeboten bekam, war ich absolut überrascht“, sagt der 42-Jährige. „Jetzt lebe ich die Rolle des Helden, den ich als Kind vergöttert habe. In dem Typen mit Herz und Hand finde ich mich total wieder“. Besonders witzig: Während er mit Gosta Liptow als sein Assistent Phil Decker auf der Bühne die ganz harten Sachen macht, zeigen sich die beiden frisch gebackenen Väter in den Spielpausen gegenseitig Babyfotos und reden über Windeln. „Ein guter Mitratefall ist viel wert“, weiß Frank Thannhäuser. Doch im Gegensatz zum historischen Fall hat er den Kniff gefunden, wie man die Zuschauer mit einer finalen Aufklärung überrascht nach Hause entlässt. (wb)
Imperial Theater, Reeperbahn 5, imperial-theater.de. Vorstellungen: donnerstags bis sonnabends um 20 Uhr, Kartenhotline: Tel.: 31 31 14
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