Hamburger Ausstellung über Sport und Mode

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Wer trägt was zum Sport? Das Outfit ist immer auch ein Statement Foto: Hörmann

Museum für Kunst und Gewerbe zeigt mit „sports/no sports“ wie der Jogginganzug die Modewelt erobert hat

Von Stefanie Hörmann
Hamburg
Die Mönckebergstraße an einem ganz normalen Sonnabend. Wer einen Kaffee trinkt und die Menschen an sich vorbeiziehen lässt, kann zum Teil recht ausgefallene Kleidung oder auch „Nicht-Kleidung“ betrachten. Manche Shopping-Queen ist angezogen wie für den Laufsteg, andere sehen aus, als kämen sie gerade vom Sport oder aus dem Bett. „Anything goes“ heißt es in der Modewelt, Fußballtrainer tragen Maßanzug und Jogginghosen machen einen Ausflug ins Büro. Sportkleidung ist längst nicht mehr Sportlern vorbehalten, das zeigen schon die Turnschuhe, mit denen jeder zweite durch die City läuft. Das Museum für Kunst und Gewerbe hat bei diesem Trend genauer hingeschaut. Die Ausstellung „sports/no sports“, die sich mit der Wechselwirkung von Mode und Sportkleidung befasst, zeigt 110 Kleider, Modelle und Looks, ergänzt durch Fotografien und Filme. So ist der Wandel der Bekleidungsformen und -normen durch Sport genauso ein Thema wie die Perfektionierung des Körpers durch Einschnürung (Korsett) und Bodyshaping durch ausgeklügelte Textiltechnologie. Sportkleidung kann auch ein Designer-Anzug mit Jagdmotiven von Comme des Garcons sein, der sicher niemals zum Sport getragen wird. Auch verrückte Designerstücke wie die Kombination aus High Heels und Schwimmflossen zieren die Ausstellung „sports/no sports“. Das Spektrum ist weit gefasst, vielleicht zu weit, das geht zu Lasten eines „roten Fadens“. In Bezug zu den anderen laufenden Ausstellungen im Museum für Kunst und Gewerbe rund um das Thema Sportkleidung, einer Schau über Sneaker (bis 30. Oktober) und der Ausstellung „Arbeit/Freitzeit bei J. Hamann“ (bis 22. Januar 2017) mit historischen Aufnahmen von Freizeitturnern Anfang des 20. Jahrhunderts ergibt sich ein vielschichtiges Bild über Sportbekleidung in unserer Gesellschaft. (sh)

„sports/no sports“: bis 20. August 2017, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 8 Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre frei. Weitere Infos: Museum für Kunst und Gewerbe
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