Kitsch oder Kunst?

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Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe

Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe

St. Georg. Was eigentlich ist Kitsch? Und was Kunst? Und kann aus Kunst Kitsch werden und umgekehrt? Die Antworten liegen oft in den sich wandelnden Urteilen der Betrachter. Wie das Museum für Kunst und Gewerbe in seiner neuen Ausstellung „Als Kitsch noch Kunst war“ über Farbdrucke im 19. Jahrhundert zeigt. Die Ausstellung verdeutlicht außerdem den eindrucksvollen Siegeszug von farbigen Bildern im 19. Jahrhundert. Der Anfang dieses Jahrhunderts war noch nahezu bilderlos. Doch mit der Erfindung der Chromolithografie, die der Franzose Godefroy Engelmann 1837 als Patent anmeldete, eroberten bunte Bilder immer mehr Lebensbereiche. In illustrierten Zeitschriften, als Wandbilddrucke, Sammelbilder und vor allem als Plakate. Der industrielle Farbdruck ermöglichte es bald nahezu allen Schichten, sich etwas Buntes in die Wohnung zu hängen. Kunst natürlich, denn die neuen Bilder galten als eben dies. Und schließlich nahmen sich tatsächlich Künstler der Farbdrucke an und entwickelten wie Henri de Toulouse-Lautrec eine wirkliche Kunstgattung daraus.
Dank des Gründers des Museums für Kunst und Gewerbe, Justus Brinkmann, verfügt das Museum über sehr viele Farbdrucke aus dem 19. Jahrhundert, die Brinkmann eifrig gesammelt hat. Da die Drucke schon bald nach ihren Erfolgen als Kitsch angesehen wurden, verstaubten sie jahrelang im Archiv des Museums. Bis zum 17. März sind viele von ihnen wieder zu sehen, die Nachbildungen berühmter Gemälde, Ereignisbilder, die ein Jubiläum oder eine andere Feierlichkeit festhalten, Sammelbilder, Einladungskarten, Urkunden und Plakate, die ersten Dokumente der Werbung, – auf denen oft alte Menschen zu sehen sind. Weil sie als weise galten. (ch)

Als Kitsch noch Kunst war, bis 17. März, Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz
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