Klassiker „op platt“ in St. Georg

Nächster Termin: 07.09.2017 bis 08.10.2017

Wo? Heidi Kabel Platz, Heidi-Kabel-Platz, 20099 Hamburg DE
Anzeige
Starkes Bild: Wie Zombies fahren die Mitglieder der verfeindeten Clans, denen Romeo und Julia angehören, an den Liebenden vorbei Foto: Oliver Fantitsch
Hamburg: Heidi Kabel Platz |

Ohnsorg-Theater startete mit „Romeo un Julia“ in eine neue Spielzeit

Von Christian Hanke
St. Georg
Zauberhafter Auftakt zur neuen Spielzeit im Ohnsorg Theater mit neuem Intendanten. Wieder einmal stand ein Klassiker auf dem Programm. Die berühmteste Liebesgeschichte der Welt, William Shakespeares „Romeo und Julia“, hatte Regisseur Murat Yeginer inszeniert – nur teilweise op Platt. Denn er nutzte den Konflikt der beiden verfeindeten Familien, denen Romeo und Julia angehören, zur Sprachverwirrung. Die Montagues, denen Romeo angehört, snacken Plattdütsch, und Julias Familie, die Capulets, sprechen reines Hochdeutsch. Da musste Romeo seiner Julia schon mal Nachhilfe in Niederdeutsch geben. Einerlei. Die Liebenden verstehen sich natürlich blind über alle Sprachgrenzen hinweg.

So ein Zirkus

Zauber entwickeln in Yeginers Inszenierung aber nicht nur die unbedingte Liebe zwischen Romeo und Julia, Yvonne Yung Hee Bormann und Marco Reimers mit anrührend starker Leistung, sondern auch das Bühnenbild, der Rahmen, in den der Regisseur die Lovestory gestellt hat. Montagues und Capulets lässt er als zwei verfeindete Zirkusfamilien auftreten, die sich mit ihren Künsten gegenseitig zu übertreffen versuchen. Musik, Einrad und Clownerie statt Schwertergeklirr. Im Zirkusrund entwickeln sich unsterbliche Liebe und grenzenloser Hass unter Einsatz von Drehbühne und wechselnden Lichtstimmungen.

Wunderbares Bühnenbild

Im ersten Teil wird dabei viel derber Witz entwickelt. Rabea Lübbe treibt‘s als Amme ein wenig zu weit. Mehr Zauber im zweiten Teil der stark gekürzten Fassung des Shakespeare-Klassikers. Im wunderbaren Bühnenbild von Beate Zoff werden auch die Rückseiten von Zirkusbänken für kleine Szenen genutzt, so als eindrucksvolles Horror-Bild von den beiden Familien-Clans, deren Mitglieder wie Zombies an den beiden Liebenden vorbeifahren. Entgegenkommen haben Romeo und Julia nicht zu erwarten. Viel Ohnsorg-Prominenz, auch in kleinen Rollen, ist im Spiel, gemischt mit Personal des Theaters Kontraste aus dem Winterhuder Fährhaus. Der neue Intendant, Michael Lang, bislang Leiter der komödie winterhuder fährhaus, hat sie mitgebracht.

„Romeo un Julia“: bis 30. September im Ohnsorg-Theater, Heidi Kabel Platz 1, zu sehen. Tickets und weitere Infos: Ohnsorg-Theater
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige