Krimi-Komödie „op platt“ im Ohnsorg

Wann? 08.05.2017 bis 27.05.2017

Wo? Heidi Kabel Platz 1, Heidi-Kabel-Platz 1, 20099 Hamburg DE
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Jonas (Till Huster, Mitte hinten) und Dr. Einstein (Robert Eder, l.) haben Martin (Erkki Hopf) überwältigt. Polizist Klein (Dieter Schmitt) hält es für ein Theaterstück Foto: Jutta Schwöbel
Hamburg: Heidi Kabel Platz 1 |

„Arsenik un ole Spitzen“ wurde nach Hamburg „versetzt“

Von Christian Hanke
St. Georg
Schaurig-schön kommt eine der erfolgreichsten Komödien der Theatergeschichte derzeit im Ohnsorg Theater daher: Arsen und Spitzenhäubchen von Joseph Kesselring, in der plattdeutschen Übersetzung von Konrad Hansen „Arsenik un ole Spitzen“. Das Haus der beiden freundlichen alten Damen Abeke und Martha Brauer, die einsame Herren aus reiner Nächstenliebe mit vergifteten Fliederbeerwein ins Jenseits befördern, atmet schon äußerlich ein wenig Spukschloßcharakter. Kein Wunder, hat doch Frank Thannhäuser, der Intendant des Imperial Theaters inszeniert, das auf Krimis in opulenten verbrecheraffinen Bühnenbildern spezialisiert ist. Katrin Reimers hat das Innenleben des Hauses der beiden Damen fast originalgetreu dem Film von Frank Capra aus dem Jahre 1941 nachempfunden. Angereichert durch einige norddeutsche Details, denn „Arsenik un ole Spitzen“ spielt in Altona.

Kaiser-Wilhelm-Kanal statt Panamakanal

So gräbt einer der Neffen der alten Damen im Keller auch nicht wie im Original den Panamakanal, sondern den Kaiser-Wilhelm-Kanal, den heutigen Nord-Ostsee-Kanal, in dem er die Mordopfer seiner Tanten verbuddelt. Er heißt Wilhelm, hält sich für Kaiser Wilhelm II., trägt Uniform und gezwirbelten Schnauzer wie sein Vorbild. Die irre Familie Brauer komplettiert sein Bruder Jonas, ein Serienmörder, der mit Frankenstein-Gesicht nach langer Zeit ins Haus seiner Jugend zurückkehrt und auch dort für Angst und Schrecken sorgt. Nur Martin, der dritte Bruder, ist kreuznormal, hat aber wegen seiner verrückten Familie Bedenken, seine Freundin Ellen zu heiraten. Als er eine Leiche in der Truhe seiner Tanten entdeckt, die ihm ihre Giftmorde als gute Tat erklären, versucht er die beiden alten Damen in einem Altersheim für Geisteskranke unterzubringen – und Bruder Wilhelm gleich mit. Doch Jonas und sein Helfershelfer Dr. Einstein bringen neue Turbulenzen ins Haus. Die rasante schwarze Komödie nimmt Fahrt auf. Nach etwas betulichem Beginn kommt auch Thannhäusers Inszenierung in Schwung, vor allem dank Erkki Hopfs sehr präsentem Martin. Besondere Meriten verdienen sich auch Edda Loges und Uta Stammer in den Traumrollen der beiden mordenden Ladys.

„Arsenik un ole Spitzen“: bis 27. Mai im Ohnsorg Theater, Heidi Kabel Platz 1. Karten: Ohnsorg Theater, Telefon 35 08 03 21, E-Mail: kasse@ohnsorg.de
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