Kunst aus Klebeband

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Die Monika Grzymala hat 3,3 Kilometer Klebeband für ihre Installation im Saal der Meisterzeichnung verarbeitetFoto: Hörmann

Die Installation von Monika Grzymala wird am Ende zerknüllt

St. Georg. Zeichnen im Raum – wie das aussehen kann, zeigt die Künstlerin Monika Grzymala mit einer Installation in der Hamburger Kunsthalle. 3,3 Kilometer schwarzes und weißes Klebeband hat sie für die „Raumzeichnung Kubrick“ zu einer schwappenden Welle verarbeitet, die durch den Saal der Meisterzeichnung spült. „Ich zähle die Tage nicht, die ich an so einer Skulptur arbeite, ich bemesse sie nur in Kilometern Klebeband – und überlasse sie anschließend der Schwerkraft, damit sie vergeht wie eine Blume“, sagt Monika Grzymala. Auch die Skulptur in der Kunsthalle ist nicht für die Ewigkeit geschaffen, nach der Ausstellung wird das ganze Klebeband zusammengeknüllt und damit zu einem neuen Kunstwerk. Länger halten die anderen Kunstwerke aus Monika Grzymalas Ausstellung „Mono Meros“, die meisten sind aus handgeschöpftem Papier, einige Bögen sind riesengroß, bis zu drei Meter lang. Interessant ist die Struktur, die die Zeichnerin beim Schöpfen entstehen lässt.
Wie Adern strömen die Relieflinien durch das Papier, es besteht aus gekochter Maulbeerfaser. Für die Künstlerin fängt ihre Arbeit immer auf Papier an, auch bei einer großen Installation wie der Welle aus Klebeband ist der erste Schritt eine Tuschezeichnung. Dann entwickelt sich das Kunstwerk weiter im Rahmen des kreativen Schaffensprozesses, der Titel der Ausstellung in der Kunsthalle „Mono Meros“ spielt darauf an: „Monomere sind nicht reaktionsfähig bis sie sich zu einer Polymerkette zusammengeschlossen haben, das ist meiner Arbeit sehr ähnlich“, sagt Monika Grzymala. Mit ihrer Papierkunst feiert die Berlinerin internationale Erfolge, 2010 stellte sie im Museum of Modern Art aus, 2012 bei der Biennale in Sydney. Diese Ausstellung in Hamburg ist der Auftakt für eine Ausstellungs-Reihe der Kunsthalle in Zusammenarbeit mit dem Verein Griffelkunst, der bundesweit 4400 Mitglieder zählt und sich der Förderung der Druckgraphik verschrieben hat. Die Freunde der innovativen Zeichenkunst wird das freuen. (sh)
Bis 25. August, Dienstag bis Sonntag, 10-18 Uhr,
Donnerstag bis 21 Uhr, Saal der Meisterzeichnung, Hamburger Kunsthalle, Glockengießerwall. Eintritt: 12, ermäßigt 6 Euro.
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