Misstrauen und Irritationen

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Szene aus dem Stück beim „Treffen der Generationen“ mit Tobian van Dieken als Greg (l.) Foto: wb

„Halbe Wahrheiten“ am Ernst Deutsch Theater

Uhlenhorst Ginny und Greg lieben sich seit einem Monat, alles ganz frisch und strahlend. Doch Ginny sagt Greg nicht die Wahrheit. Die Blumen, die sie bekommt, die Anrufe, die Briefe – all dies hinterlässt bei Greg Misstrauen. Bei Sheila und Philip, einem älteren Paar aus der Provinz, gehört das Misstrauen schon lange zum Alltag. Alle vier verbreiten „Halbe Wahrheiten“, oder nehmen sie auf und ziehen daraus falsche Schlüsse. Alan Ayckbourn hat mit der gleichnamigen Komödie 1965 den Durchbruch als Erfolgs-Dramatiker gefeiert. „Halbe Wahrheiten“, nun in der Regie von Hubertus Meyer-Burckhardt am Ernst Deutsch Theater zu sehen, fasziniert unverändert mit Verwechselungen und Irritationen, die sich folgerichtig aus eben diesen ergeben, und mit bestem Dialogwitz. Ginny gibt vor, zu ihren Eltern fahren zu wollen. Greg möchte mit. Ginny ist strikt dagegen. Greg fährt heimlich doch, er hat die Adresse, und trifft auf Sheila und Philip – und der Irrwitz nimmt seinen Lauf.
Die Komödie ist bei den vier Schauspielern in guten Händen. Tobias van Dieken bringt als geradlinig-naiver Greg den meisten Schwung in die Geschichte.
Auf eine Hauswand in der ersten Szene, durch deren Fenster man Ginny und Greg agieren sieht, und allerlei Projektionen bis hin zu einem einfahrenden Zug, in den Greg einsteigt, hätte Meyer-Burckhardt allerdings gern verzichten können. Diese Effekte bescheren allenfalls Unruhe, lenken vom feingeschliffenen Dialog des jungen Paares ab. Wie wohltuend entwickelt sich dann die Szene im Wintergarten von Sheila und Philip, ganz konzentriert auf die vier dialog- und pointensicheren Schauspieler. (ch)

„Halbe Wahrheiten“ ist bis zum 9. Januar im Ernst Deutsch Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1, zu sehen
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