Mobile Kunst

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Die Stellschirme sind teils 400 Jahre alt Foto: Hörmann

Stellschirme aus Japan im Museum

St. Georg Feinste Malerei aus dem 17. Jahrhundert, zu sehen sind japanische Frauen in fröhlichen Farben auf Goldgrund – und doch ist das Gemälde eigentlich ein Möbelstück: Stellschirme aus Japan sind mobile Bilder mit vielen Funktionen. Das traditionelle japanische Haus hat nur wenige feste Wände. Bemalte Stellschirme (byobu) und Schiebetüren (fusuma) dienen als flexible Raumtrenner und als Sichtschutz. Wörtlich heißt byobu. „Wand gegen den Wind“. Wie kunstvoll so ein Windschutz aus Japan gearbeitet sein kann, zeigt eine Ausstellung des Museums für Kunst und Gewerbe. Zu sehen sind zwölf japanische und westliche Stellschirme aus dem 17. bis 20. Jahrhundert. Die bemalten Schirme wurden in Japan von wohlhabenden Bürgern in Auftrag gegeben, sie zeigten damit ihren Reichtum und ihre gehobene gesellschaftliche Stellung. In Europa wurde der Paravant im 18. Jahrhundert ein beliebtes Möbelstück in den Salons. Inspiriert von den Eindrücken der ersten Asien-Reisenden machten auch im 19. Jahrhundert Einrichtungsgegenstände im japanischen oder chinesischen Stil Furore. Große Mengen von japanischen Stellschirmen gelangten in dieser Zeit in den Westen – und inspirierten eurpoäische Künstler zu eigenen gefalteten Bildern. In der Ausstellung zeigt das Museum als Beispiel für einen westlichen Stellschirm ein mobiles Bild von Marc Chagall. (sh)
Noch bis 18. Januar, Di-So 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz 1. Eintritt: 10 Euro, erm. 7 Euro. Kinder bis 17 Jahre frei.
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