Ohnsorg setzt auf Klassik

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Ohnsorg-Intendant Christian Seeler hatte nicht nur gute Nachrichten. Die Anzahl der Abonnenten sinkt kontinuierlich Foto: Hanke

„Tratsch op de Trep“ wird neu inszeniert. Rückläufige Abo-Zahlen

St. Georg „Die Zeiten sind nicht leicht“, sagte Ohnsorg-Intendant Christian Seeler gleich zu Beginn der Jahrespressekonferen. Auch das Ohnsorg Theater hat wie andere Privatbühnen ein Problem mit dem Abonnement. „Ein Theater-Abo ist für Jüngere nicht mehr selbstverständlich“, formulierte Seeler vorsichtig den Umstand, das das Abonnement ganz offensichtlich im wahrsten Sinne des Wortes ausstirbt. 2005 konnte sich das Ohnsorg Theater noch auf 11.000 Abonnenten verlassen. Zehn Jahre später sind es nur noch 7.000. Daher wird es für ein Privattheater immer schwieriger, verlässlich zu wirtschaften, zumal die Subvention der Kulturbehörde seit 2009 bei 1,9 Millionen Euro stagniert. 75 bis 80 Prozent seiner Einnahmen muss das Ohnsorg Theater aus dem Eigenanteil bestreiten. Die Platzauslastung der niederdeutschen Bühne am Heidi-Kabel-Platz sank in der Spielzeit 2013/14 von 81,3 Prozent im Vorjahr auf 73 Prozent. Statt 151.925 Gästen in 2012/13 kamen nur noch 138.201 Besucher.

Mehr Vorstellungen


Dabei stieg die Anzahl der Vorstellungen im Großen Haus leicht von 460 (12/13) auf 473. Das Ohnsorg-Team schuftet wie kaum ein zweites in Hamburg, um diese hohe Anzahl für ein Theater dieser Größe zu bewerkstelligen. Dennoch schloss das Ohnorg die Spielzeit 2013/14 nur mit einem ganz leichten Defizit (-26.000 Euro) ab.
Neue Ideen und neue Wege sind also gefragt. Eine erste Maßnahme: Wiederaufnahmen. Das Ohnsorg Theater hatte in der letzten Spielzeit großen Erfolg mit einer solchen. In der nächsten Spielzeit wird der beliebte Bauernhof-Rock wieder zu sehen sein (ab 2.2.2016). Die neue Saison wird außerdem am 23. August mit einer Neuinszenierung des wohl beliebtesten Ohnsorg-Stücks aller Zeiten eröffnet: Tratsch op de Trep, legendär als „Tratsch im Treppenhaus“ mit Heidi Kabel und Henry Vahl. Klar, dass Heidi Mahler die Rolle von Mutter Heidi Kabel übernimmt. Horst Arenthold wird in die Rolle von Henry Vahl schlüpfen. Es folgt wieder ein Klassiker op Platt: Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt („Hogen Besöök“, Premiere: 11. Oktober). Fast alle Ohnsorg-Stars spielen mit. Danach versucht Ohnsorg auch mit „Buer söcht Fro“ zu punkten, die palttdeutsche Version der Komödie „Landeier“ von Fredrik Holtkamp (ab 15.11.). Es folgen 2016 die Komödien „Wenn de Katt ut´n Hus is“ (nach „Zwiebeln und Butterplätzchen“ von Johnnie Mortimer und Brian Cooke), sowie mit „Jümmer Arger mit Wotan“ (ab 21.2.) und „En leven Mann“ zwei Uraufführungen, die von Turbulenzen auf dem Lande beziehungsweise von einer Männer-WG dreier Achtziger handeln. Michael Bogdanov inszeniert anschließend den Komödien-Klassiker „Der nackte Wahnsinn“ (op Platt „Vun Achtern un vun Vörn“, Premiere 29. Mai). Zwischendurch gibt´s ab 18. März als Extra „Soul Kitchen“ op Platt.

Erfolg im Studio


Eine wahre Erfolgsstory ist das Ohnsorg Studio. Die vor drei Jahren eröffnete Zweitbühne verzeichnete eine Platzauslastung von 80,4 Prozent. 4.954 Zuschauer sahen 82 Vorstellungen. Die Inszenierung „Leonce und Lena“ wurde mit dem Rolf Mares Preis ausgezeichnet. Insbesondere Schulklassen drängelten sich um Karten. „Wir konnten die Nachfrage der Schulen gar nicht ganz bedienen“, erzählte Studio-Leiterin Cornelia Ehlers. Viele erfolgreiche Produktionen werden daher wiederaufgenommen. Mit „Snick un Waal“ (nach dem Bilderbuch „Die Schnecke und der Buckelwal“) gibt´s am 3. April 2016 eine Premiere. Als Weihnachtsmärchen wird ab 20. November „Das tapfere Scheiderlein“ gespielt. (ch)
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