„One Night in Rio“

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Fotograf Paul Ripke begleitete die deutsche Nationalmannschaft zum WM-Finale 2014 in Rio Foto: Hörmann

Bilder vom WM-Finale 2014 im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen

City Tränen, unendlicher Jubel und große Gefühle – als die deutsche Nationalmannschaft in Rio am 13. Juli 2014 den Weltmeister-Titel holte, war ganz Fußball-Deutschland im Ausnahmezustand. Zum vierten Mal nach 1954, 1974 und 1990 schallte es aus den Radios und TV-Geräten: „Aus, aus, aus – aus! – Das Spiel ist aus! – Deutschland ist Weltmeister“. Im Stadion und zu Hause an den Fernsehschirmen lagen sich die Fans in den Armen, für den WM-Fotografen Paul Ripke begannen jetzt die wohl wichtigsten Minuten seiner Karriere. Ripke drückte auf den Auslöser, nicht einmal, zweimal, sondern er machte Hunderte Fotos, während der gesamten WM, die der Hamburger mit der Nationalmannschaft verbringen durfte, waren es insgesamt 16.000 Bilder. Ein Sommermärchen dokumentarisch festgehalten, vor allem die „Nacht in Rio“, die so schnell niemand vergisst. Ripke begleitete die Mannschaft haunah, fotografierte in der Kabine, im Flugzeug, auf der Fan-Meile. Die Bilder sind stark und emotional, ihrer Magie können sich auch Nicht-Fans kaum entziehen. Im Museum für Kunst und Gewerbe erwacht das Gefühl des Titelgewinns pünktlich zum Jahrestag des WM-Erfolgs erneut, die Ausstellung mit Bildern von Paul Ripke präsentiert ein Stück Fußballgeschichte. 18 großformatige Reportage-Aufnahmen und 27 Mannschaftsporträts zeigen Akteure, Szenen und Eindrücke, die sich in das kollektive Gedächtnis der Sportwelt eingeschrieben haben: Die Mannschaft, die ersten Sekunden und Minuten nach dem Triumph im legendären Maracana-Stadion in Rio de Janeiro, das Blut von Bastian Schweinsteiger, die Tränen von Joachim Löw und Miroslav Klose direkt nach Spielende. „Für mich ist Miro Klose einer der größten Fußballer überhaupt“, sagt Paul Ripke, „unglaublich diszipliniert, der Typ hat seit 8 Jahren keinen Alkohol getrunken, geht jeden Abend um 22 Uhr ins Bett, kaum einer hat es so verdient, diesen Titel zu gewinnen.“ Der Fotograf war dabei, als direkt nach dem Spiel alle Anspannung von Klose abfiel, Emotionen pur. Das Bild vom blutenden Schweinsteiger mit dem Pokal ist eines von Ripkes Lieblingsbildern, „ich lief vor ihm die Treppe runter und hatte gut damit zu tun, nicht hinzufallen“, erinnert sich Paul Ripke. Das Bild ist zum Glück gut geworden – auch das von Schweinsteiger in der Kabine, als er mit seiner Mutter telefoniert. Aber das absolute Lieblingsbild des WM-Fotografen ist ganz unspektakulär: Der WM-Pokal wird am Flughafen durchleuchtet und Thomas Müller geht durch die Sicherheitskontrollen. „Die sind eigentlich so wie wir alle“, sagt Ripke, „das wollte ich zeigen“. Mission gelungen – das WM-Gefühl hat der Hamburger gut eingefangen. Und die Besucher des Museums für Kunst und Gewerbe können mit Hilfe seiner Bilder noch einmal in Erinnerungen schwelgen. (sh)

Bis 16. August, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz. Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7 Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre frei
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